Spezialkräfte des LKA Niedersachsen untersuchen Wohnung in Bockenem

Polizei sucht insbesondere nach Blutspuren der getöteten 32-Jährigen

Ein Großaufgebot an Polizei und Spezialkräften des LKA war Donnerstagvormittag in Bockenem, um mehr Licht in den Fall der getöteten Bulgarin zu bringen.

Bockenem. Im Fall der getöteten 32-jährigen Frau aus Bockenem wird die Spurensuche mit Nachdruck fortgesetzt. Donnerstagmorgen haben Spezialkräfte der Polizei und des Landeskriminalamtes Niedersachsen ihre Wohnung in der Bönnier Straße ganz genau unter die Lupe genommen. Die Aktion startete gegen 8 Uhr, als die Hundestaffel in Bockenem eintraf. Wenig später kamen ein Fotograf des LKA und eine Biologin dazu. Zusammen mit den Kollegen von der Hildesheimer Mordkommission wurden sämtliche Räume der Wohnung untersucht. Offenbar beschäftigt die Polizei immer noch die Frage, wo die Mutter von zwei Kindern getötet wurde.

Die Spezialisten sind nach Informationen dieser Zeitung gestern auf die Suche nach Blutspuren der 32-Jährigen gegangen, die am 27. Mai nahe der Autobahn 7 bei Höver aufgefunden wurde. Scheinbar schließt es die Polizei nicht aus, dass die Tat in der im Obergeschoss gelegenen Wohnung des Fachwerkhauses geschehen ist. Die zweifache Mutter hatte als Thekenkraft im amerikanischen Restaurant „Miss Pepper“ am Autohof in Bockenem gearbeitet.

Ihr Arbeitgeber war es auch, der eine Vermisstenanzeige aufgegeben hat. Dort hatte sie am 15. Mai ein letztes Mal die Gäste bedient. Zum Zeitpunkt der Vermisstenmeldung war die Frau bereits tot. Im Zuge der Ermittlungen in Bockenem war später noch ihr schwarzes Peugeot Cabrio auf dem Parkplatz der Oberschule an der Mahlumer Straße aufgetaucht.

Mit einem besonderen Verfahren haben die LKA-Spezialisten versucht, Blutspuren des Opfers sichtbar zu machen. Dazu ist es offenbar auch notwendig, die Räume vor Licht zu schützen. Denn im Laufe des Vormittages wurden die Fenster mit einer schwarzen Plane verschlossen. Über das Ergebnis der Untersuchungen gibt es derzeit keine Informationen.

Drei Polizeihunde hatten zuvor ebenfalls die Suche aufgenommen. Die besonders ausgebildeten Helfer auf vier Pfoten sind in der Lage, Leichen- und Blutgeruch behaftete Gegenstände oder Orte aufzuspüren. Wie der „Beobachter“ erfuhr, ist die Polizei nahezu jede Woche in der Bönnier Straße vor Ort. Doch solch ein großes Aufgebot mit Hunden und weiteren Kräften habe es zuvor noch nie gegeben, heißt es aus der Nachbarschaft. Erst in den Mittagsstunden endete der Polizeieinsatz.

Im dringenden Tatverdacht steht der Ehemann der Getöteten. Der 32-Jährige sitzt seit dem 22. Juni in Untersuchungshaft. Er bestreitet den Tatvorwurf. Die Polizei ermittelte nach dem Auffinden der Bockenemerin in alle Richtungen. In den Vernehmungen hat sich der Ehemann dann aber so stark in Widersprüchen verstrickt, dass der Richter schließlich Haftbefehl erlassen hat.

Warum musste die zweifache Mutter sterben?

Es könnte sich um ein Eifersuchtsdrama gehandelt haben. Denn nach Mitteilung der Staatsanwaltschaft soll die 32-Jährige außereheliche Beziehungen gehabt haben, sogar von Trennung sei wohl die Rede gewesen. Ebenso beschäftigt die Beamten die Frage, warum die Leiche ausgerechnet bei Höver, rund 60 Kilometer von Bockenem entfernt, abgelegt wurde.mv

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