Trotz Hitze bleibt der Rasen grün

Rasenanbauer aus Mahlum verteilt jeden Tag mehrere tausend Liter Wasser

Die Produktion des Rollrasens läuft trotz der Hitze uneingeschränkt weiter. Die Qualität ist einwandfrei.

Mahlum. Damit der Rasen wieder seine satte grüne Farbe annimmt, bleibt nur ein Weg: Jeden Tag werden mit einem Transporter einige tausend Liter Wasser auf dem zwischen Mahlum und Bodenstein gelegenen Feld verteilt. „Die Hitze macht uns sehr zu schaffen“, erklären Lisa Greve und ihr Verlobter Stefan Wille, die im Juli die Leitung der Firma Bofera in Mahlum übernommen haben.

Die letzte große Hitzeperiode ist bei den Produzenten von Rollrasen nicht vergessen. Vor 15 Jahren war die Situation ähnlich. Auch damals musste die Anbaufläche mit großem Aufwand über einen langen Zeitraum bewässert werden. „Der Regen am vergangenen Sonntag war nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Die 20 Millimeter haben uns nicht groß geholfen“, berichtet Stefan Wille. Ein lang anhaltender Landregen würde die Lage doch merklich entspannen. Aber davon kann beim Blick auf den Wetterbericht derzeit keine Rede sein. „Ich schaue mir jeden Morgen die Wetterkarte an. Weit und breit ist kein Regen zu sehen. Im Gegenteil, es ist immer wärmer geworden“, sagt der Geschäftsführer.

Die Firma baut auf einer Fläche von 30 Hektar Rasen an. Unmöglich, jeden einzelnen Quadratmeter zu bewässern. Es kommt nur Wasser auf die Fläche, die als nächstes abgeerntet wird. Pro Tour werden etwa 5.000 Liter Wasser verteilt. „Auf dem Feld kann man deutlich den Unterschied sehen. Ein Teil hat eine gelbliche Farbe angenommen“, berichtet der Mahlumer. Weil sich der Rasen nach einer Zeit regeneriert, hält sich die Angst vor einem Totalausfall in Grenzen. „Etwa fünf Tage braucht der Rasen nach intensivem Wassereinsatz, um wieder die grüne Farbe anzunehmen“, erläutert der Experte.

Die Produktion läuft, trotz der Temperaturen von über 30 Grad Celsius, ohne Einschränkung weiter. Die Spezialmaschine erntet den Rasen, formt die Soden zu Rollen und packt sie dann automatisch auf eine Palette. „Es gibt oft Anrufe, ob denn überhaupt Rasen zu haben ist. Da können wir die Kunden beruhigen. Wir haben zwei verschiedene Sorten zur Auswahl“, berichtet Stefan Wille. Nach Möglichkeit wird der Rasen ganz früh morgens ab 6 Uhr geerntet. „Dann ist die Sole noch kalt von der Nacht. Das nutzen wir aus“, erklärt der Landwirt.

Ob ein tatsächlicher Schaden durch die Hitze entstanden ist, steht derzeit noch nicht fest. „Wir bringen ja in dieser Zeit auch neues Saatgut ein und versuchen es, bei der Wärme zu etablieren. Es bleibt abzuwarten, wie es gelingt. Aber es sieht nicht so gut aus“, stellt Stefan Wille fest. Neben der Arbeit kämen noch die Ausgaben für die Saat und begleitende Maßnahmen, wie zum Beispiel Dünger, hinzu. „Ich kann nur hoffen, dass sich die Wetterlage bald ändert. Davon profitieren natürlich alle Landwirte“, so der Mahlumer.

Seit dem Jahr 2001 bietet der Betrieb Rollrasen aus heimischer Produktion an. Er kommt in den verschiedensten Bereichen zum Einsatz. Neben den Hausgärten wurden auch schon Tennisplätze beliefert. Den wohl kuriosesten Auftrag erreichte das Büro erst vor kurzer Zeit. Ein Mann wollte nur eine Rolle Rasen für seinen Stadt-Balkon haben. Damit sein Hund lernt, seine Geschäfte nicht mehr in der Wohnung zu machen. Neben dem Rollrasenanbau werden auf dem Hof der Familie Greve auch noch Erzeugnisse der 50 Duroc-Schweine verkauft. Dazu kommt der konventionelle Ackerbau mit Rüben, Weizen und Gerste.mv

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