Turmuhr feiert 100. Geburtstag

Jubiläum für die Weule-Uhr in Bönnien / Ein Blick auf die Geschichte der Firma

Kirchenvorsteher Klaus-Dieter Hoppe und Museumsmitarbeiter Günther Haars begutachten im Turm der Christuskirche Bönnien die 100 Jahre alte Weule-Uhr, die immer noch präzise arbeitet.

Bönnien. „Diese Uhr widmen der Gemeinde Bönnien der Ackermann Heinrich Probst und Frau Emma im Jahre 1919. Möge diese Uhr stets friedliche Zeiten verkünden“, ist auf dem gegossenen Gestell zu lesen. Auch 100 Jahre nach der Fertigung durch die Bockenemer Turmuhrenfabrik Weule tickt sie immer noch im Turm der Christuskirche in Bönnien. „Viele Dinge der heutigen Zeit werden nicht so lange Bestand haben“, sind Günther und Doris Haars überzeugt. Die beiden Museumsmitarbeiter ließen die Geschichte der weltbekannten Bockenemer Firma Revue passieren.

Im Jahre 1836 war Johann-Friedrich Weule als Uhrmachermeister nach Bockenem gekommen und eröffnete in der Steintorstraße ein Fachgeschäft. Fleiß und Sparsamkeit ließen das Geschäft in den Folgejahren blühen. Beim Großbrand im Jahr 1847 wurde auch der Weulesche Handwerksbetrieb zerstört. Weule beginnt den Wiederaufbau seines Geschäftes und beschloss, zukünftig ausschließlich Turmuhren zu bauen. Die Arbeit als Kleinuhrmacher genügte nicht mehr, um seine Familie zu ernähren. 1848 gelingt es ihm, den Auftrag zur Fertigung einer Uhr für die Marktkirche in Goslar zu bekommen. „Dafür erhielt er 475 Taler, heute sind das etwa 20.000 Euro“, erzählte das Ehepaar Haars. Nun ging es für Weule stetig bergauf. Die Qualität und die Zuverlässigkeit der Uhren sprachen sich auf dem gesamten Erdball herum. In 110 Jahren Turmuhrenbau in Bockenem wurden rund 12.000 Zeitmesser in viele Länder geliefert. Sie zeigen auch heute noch in Moskau, China oder Südafrika an, was die Stunde geschlagen hat. Eine zeigt in Bönnien zuverlässig die Zeit an.

Dazu trägt auch Willi Grotjahn bei, der seit 40 Jahren die Weule-Uhr hegt und pflegt. Kirchenvorsteher Klaus-Dieter Hoppe überreichte ihm für sein Engagement ein Präsent. Der Wunsch des Stifter-Ehepaares Probst nach friedlichen Zeiten hat sich allerdings nicht erfüllt. Ihnen war auch kein langes Leben vergönnt. Heinrich Probst starb 1921 im Alter von 61 Jahren, seine Ehefrau Emma folgte ihm zehn Jahre später. Das einzige im Kirchenbuch gefundene Kind starb kurz nach der Geburt. Nach der Andacht, die Pastor Werner Warnecke gestaltete, nutzten viele Gäste die Chance, um auf den Kirchturm zu steigen und sich die Jubiläums-Turmuhr aus nächster Nähe anzuschauen. Eine Kaffeetafel rundete die Feier ab.mv

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