Über dem Außenbecken dampft es wieder

Solebad Detfurth ist nach fünfmonatiger Sanierung wieder geöffnet / Zwei Millionen Schaden nach Hochwasser

Martin Kaune, Bernhard Brinkmann und Bernhard Evers freuen sich darüber, dass es über dem Außenbecken wieder dampft.

Detfurth. „Der Dampf über dem Außenbecken ist ein herrlicher Anblick“, meinte der Aufsichtsratsvorsitzende der Kurbetriebsgesellschaft Bad Salzdetfurth, Bernhard Brinkmann. Damit sprach er vielen Gästen, die zur Wiedereröffnung des Solebades nach Detfurth gekommen waren, aus der Seele. Auch zahlreiche Stammgäste aus dem Seesener und Bockenemer Raum haben diesem Tag entgegengefiebert. Fast fünf Monate ging im Bad gar nichts mehr, nachdem das Hochwasser Ende Juli die komplette Technik zerstört hatte. Etwa 1,80 Meter stand das Wasser in den Kellerräumen.

Der Schaden beläuft sich auf rund zwei Millionen Euro. 80 Prozent davon können voraussichtlich durch einen Fördertopf der Hochwasserhilfe finanziert werden. „Es freut uns, dass es in dem kurzen Zeitfenster gelungen ist, die Hochwasserschäden zu beseitigen“, sagte Brinkmann, der allen Handwerkern und Mitarbeitern für ihren Einsatz dankte. Solch eine Meisterleistung konnte nur gelingen, weil alle Beteiligten den Strang in die richtige Richtung gezogen haben. Den Verantwortlichen sei durchaus bewusst gewesen, dass das Ende des Solebades besiegelt gewesen wäre, wenn eine Wiedereröffnung in 2017 nicht gelingen sollte. Viele Stammgäste hatten immer wieder nachgefragt, wann das Bad wieder öffnet. „Es gab eine klare Zielvereinbarung mit dem Planer, dass der Betrieb im Dezember wieder aufgenommen wird“, so der Aufsichtsratsvorsitzende. Während der Bauarbeiten sind alle Mitarbeiter an Bord geblieben. Es gab keine Kündigungen. „Das hätte auch die Gefahr mit sich gebracht, dass sich die Beschäftigten anderswo orientieren“, ergänzte Bernhard Brinkmann.

Nicht zuletzt war der enorme Schaden auch für Kurdirektor Martin Kaune und seinem Stab eine große Herausforderung. „Die Kurbetriebsgesellschaft hat es in allen Bereichen getroffen, im Solebad aber ganz besonders“, erklärte der Geschäftsführer. Die Feuerwehren hätten alles versucht, das Gebäude vor den Fluten zu sichern. Aber irgendwann sei der Moment gekommen, wo die Retter selbst ihre Gesundheit aufs Spiel gesetzt hätten. Bereits drei Tage nach dem Hochwasserereignis stand fest, dass das Solebad wieder flott gemacht werden soll.

Dass sich die Türen noch in diesem Jahr öffnen, hat die Kurbetriebsgesellschaft auch Horst Benter zu verdanken. Der Sarstedter, der bereits vor 40 Jahren den Bau des Bades plante, übernahm die Koordination der Arbeiten. Sein enormes Hintergrundwissen war in der Notlage Gold wert.

Zum großen Teil kamen bewährte Firmen zum Einsatz. Auch der Groß Düngener Fachbetrieb Rapiro war oftmals zur Stelle. Durch die lange Lieferzeit der Aggregate von zehn Wochen blieb den Handwerkern für den Einbau nur kurze Zeit. So wurde teilweise rund um die Uhr gearbeitet. „Es ist das schönste Weihnachtsgeschenk, dass die Gäste im Solebad bei 32 Grad Wassertemperatur wieder Ruhe und Entspannung finden können“, brachte es der Kurdirektor auf den Punkt.

Große Freude löste die Wiedereröffnung auch bei Bad Salzdetfurths Ortsbürgermeister Dr. Bernhard Evers aus. Schließlich gäbe es zahlreiche Betriebe in Hotellerie und Gastronomie, die von den Gästen des Bades besucht werden. Zur Wiedereröffnung musste niemand Eintritt bezahlen. Dazu lud die Kurbetriebsgesellschaft zu Punsch und Würstchen ein.mv

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