Viele Baustellen in der Kernstadt

Ortsrat besichtigt einige Teile der Innenstadt / Weitere Parkplätze am Lappenberg angedacht

Auf dieser Fläche vor den Müllcontainern auf dem Lappenberg könnten sechs weitere Parkplätze entstehen. Die Container würde man versetzen.

Bockenem. Bei einem Gang durch Bockenem gibt es viel zu sehen. Das weiß auch der Ortsrat, der in diesem Jahr mehrere solcher „Ortstermine“ auf dem Plan hat. Vor allem, um sich über diverse Unzulänglichkeiten an Ort und Stelle zu informieren. Den Beginn machte das Gremium am Mittwochabend auf einer Runde längs der Gärten in der Allee, über die Bönnier-Straße, die Lange Burgstraße, den Lappenberg, den Ostwall, den oberen Teil des Südwalls und der Wasserstraße
Schon dabei gab es allerhand zu registrieren. Der Weg längs der Alleegärten beginnend vom Einmündungsbereich des Ortshäuser Baches in die Nette, bis hin zum Busbahnhof schien für einige der Teilnehmer der erste Kritikpunkt zu sein. Er sei bei regnerischer Witterung zum Teil matschig und weise zahlreiche Unebenheiten und kleinere Hindernisse auf. Das wurde zwar zur Kenntnis genommen, doch ändern wird sich hier nichts. Denn unmissverständlich machte der die Mandatsträger an diesem Tag begleitende Bauamtsleiter Holger Schrader klar, dass der bauliche Ausbau dieses Fußweges eine „Summe in hohem fünfstelligen Bereich“ erfordern würde. Das sei in diesem Falle wohl kaum vertretbar.

Herbe Kritik regnete es auch für das Erscheinungsbild mancher der Alleegärten. Es gäbe wohl zahlreiche positive Beispiele, doch ebenso viele negative mit ungepflegten Flächen und abrissreifen Bretterbuden, diversen Butzen und anderen Bauten. Dieses Bild zeige sich insbesondere aus der Sicht von der Bundesstraße her und drücke der Stadt von dieser Seite her gleich einen negativen Stempel auf. Auch auf der Allee selbst zeigen sich immer wieder Anbauten, die ein wenig ansehnliches Bild verbreiten. In diesen Fällen und das negative Bild mancher Alleegärten betreffend bleibe allerdings gar nichts anderes übrig, als an die Besitzer zu appellieren, künftig für ein besseres Äußere zu sorgen.

Eigentümer sollen angeschrieben werden

An der Ecke Allee/Stobenstraße befindet sich das leerstehende Gebäude Nummer 10, von dem sich Teile aus den Gefachen und dem Mauerwerk lösen und das Hinterhofgebäude ebenfalls morbiden Charakter zeigt. Das könne auf Dauer doch so nicht weitergehen, kritisierte insbesondere der Ratsherr Wolfgang Rittgarn. Die Stadt müsse hier tätig werden und zumindest den Eigner anschreiben.

Auf den Parkplätzen in der Allee parkten häufig Lastkraftwagen, was eigentlich gar nicht zulässig sei, hieß es weiter, und den latenten Mangel an Parkplätzen betreffend meinte die Ortsbürgermeisterin Christina Philipps, dass hier vielleicht noch einige Plätze zusätzlich entstehen könnten. In der Bönnierstraße und in ihrer Verlängerung zum Lappenberg hin fielen danach die diversen Leerstände und im oberen Teil die Straßenschäden ins Auge. Auch wurde wieder Kritik an den Qualität des Pflasters in der Bönnierstraße geäußert, welches bei Überfahren durch Autos störende Geräusche verursache. Obendrein sei es schlecht zu reinigen.

In der Summe zeigten sich bei diesem Rundgang immer wieder viele kleinere und größere Baustellen, die eigentlich Handlungsbedarf erfordern. Beschlüsse wurden jedoch nicht gefasst.

Einen positiv aufgenommenen Vorschlag unterbreitete Bauamtsleiter Holger Schrader auf dem Lappenberg, wo seiner Meinung nach auf der leeren Fläche vor den Abfallcontainern sechs weitere Parkplätze geschaffen werden könnten. Das fand durchweg Zustimmung zumal der neue von der Kurzen Burgstraße her abzweigende Parkplatz nach seiner angedachten hinteren Erweiterung einmal 28 Plätze bieten und den Marktplatz weiter entlasten könnte. Die An- und Abfahrt in diesem ganzen Bereich müsste noch sinnvoller geregelt werden, etwa über eine Art Ringverkehr.

Einen Halt vor der folgenden Inaugenscheinnahme der sanierungsbedürftigen Wasserstraße machte die Gruppe noch im Ostwall am Bax’schen Gelände, welches in geschichtlicher Zeit als Hof einmal dem Goslarer Kloster Frankenberg gehörte, woher auch der Name der Klosterstraße herrührt. Hier habe die Bockenemer Altstadt ihre „Grüne Lunge“, meinte die Ortsbürgermeisterin Christina Philipps. Sollte dieses Areal einmal veräußert werden, besitze die Stadt das Vorkaufsrecht und müsste dann unbedingt zugreifen. Diese Fläche biete viele Möglichkeiten und müsse in ihrem Charakter in der Zukunft unbedingt erhalten bleiben.dh

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