Volkersheimer Friedhof wird Vorreiter

Auf der städtischen Anlage gibt es demnächst auch eine Urnenbestattung unter Bäumen

In diesem östlichen Teil des in Trägerschaft der Stadt liegenden Volkersheimer Friedhofs sollen unter noch zu setzende Bäume Urnenbestattungen ermöglicht werden.

Volkersheim. Unter den 18 Ortschaften des Stadtgebiets Bockenem verfügen lediglich Bönnien, Volkersheim und Wohlenhausen über städtische Friedhöfe. In allen anderen liegen die Friedhöfe in kirchlicher Trägerschaft. Unter diesen Umständen ist es verständlich, dass der Volkersheimer Ortsrat zuständig ist, wenn es in seinem Bereich um Friedhofsangelegenheiten geht. So hat in den vergangenen drei Jahrzehnten dieses Thema bei jedem Ortsrat wiederholt auf der Tagesordnung gestanden. So auch dieses Mal, als es bei der Beratung fast ausschließlich um eine angedachte „Bestattung unter Bäumen“ ging.

Die Erläuterungen dazu gab Ortsbürgermeister Olaf Grönke, der voran stellte, dass die Beisetzungsformen sich in den letzten Jahren deutlich geändert hätten und dieser Trend sich fortsetze. Der pensionierte Volkersheimer Pastor Heinrich Bothe sei im vorigen Jahr mit der Anregung vorstellig geworden, auf dem Friedhof auch Bestattungen unter Bäumen zuzulassen. Dieser Gedanke sei dann weiter verfolgt worden, zumal der außerhalb des Dorfes sehr schön gelegene Friedhof in seinem östlichen Teil genügend Fläche biete.

Die Schaffung eines Friedwaldes schied nicht nur aus Platzgründen aus, sondern vor allem deshalb, weil für eine derartige Anlage konkrete Anforderungen erfüllt sein müssen und der Begriff Friedwald als geschützt gilt. Deshalb hatte Heinrich Bothe eine mögliche „Bestattung unter Bäumen“ im Sinn, einem Vorhaben, dem sich die Mitglieder des Ortsrates und interessierte Bürger anschlossen.

Eine von einer Fachfirma erstellte Gestaltungsplanung des östlichen Friedhofsteils hätte der Stadt als Träger 80.000 Euro gekostet. Das war ein Zuviel an Geld, weswegen man davon abrückte. Doch damit war das Projekt nicht gestorben. Im Zusammenwirken zwischen städtischem Bauamt und Ortsrat einigte man sich auf eine viel preisgünstigere und angemessene Lösung, welche jetzt als Vorplanung vorliegt. Danach sollen auf der Grasfläche im östlichen Bereich längs der oberen und der unteren Hecke jeweils zwei bis drei Bäume gepflanzt werden, mittig dazwischen ein naturbelassener Weg. Am Weg­ende würde ein kleines Rondell, eventuell mit kleinem Kreuz, entstehen. Die zu setzenden Bäume sollten 2,5 bis drei Meter hoch sein und würden je Baum etwa 300 Euro kosten.

Die Stadt stehe dieser kostengünstigeren Variante sehr positiv gegenüber, und der Volkersheimer Ortsrat erwartet nun in absehbarer Zeit einen Beschlussvorschlag der Verwaltung, nach dessen Zustimmung durch den Rat das Vorhaben umgesetzt werden könnte. Der städtische Volkersheimer Friedhof wäre dann der erste im Stadtgebiet, auf dem Urnenbeisetzungen unter Bäumen möglich wären, und zwar offen auch für Nicht-Volkersheimer. Er hätte damit sicherlich eine Vorreiterfunktion.

In der anschließenden Beratung befassten sich die Ortsratsmitglieder mit dem anstehenden Volkstrauertag, zu dem wie auch in den Vorjahren ein Kranz bewilligt wurde, und mit der Gestaltung des Zusammenseins am 29. November bei der Weihnachtsbaumbeleuchtung. In diesem Zusammenhang wurde der „dürftige Besuch“ des vergangenen Jahres ebenso kritisiert wie der bei der Maifeier. Bei diesen Gelegenheiten würden sich die Ausrichter doch eine größere Resonanz wünschen, hieß es.mk

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