Voll, voller, lange Nacht

2.750 Besucher strömten am Sonnabend in das Bockenemer Stadtbad / Rekord im Juli / Zwischenfall am Ende auf dem Parkplatz

Bockenem. „Wahnsinn“ war wohl einer der meistgehörten Superlative am Samstagabend im Bockenemer Stadtbad. Nach der teils verregneten letztjährigen Langen Nacht gab es diesmal das Kontrastprogramm – Sommer, Sonne und bis in die Nacht hinein angenehme Temperaturen. Vor der Kasse bildete sich eine lange Schlange, die teils bis in die Reesen hineinreichte. Da musste dann auch schon einmal eine knappe halbe Stunde gewartet werden. Nachdem auf Anregung der Bockenemer Schwimmbadikone Marlene Fahnemann eine zweite Kasse geöffnet wurde, konnte diese Schlange abgebaut werden – nur um wenig später wieder da zu sein. Am Ende des Tages strömten rund 2.750 Besucher in das Bad, plus einige, die erst nach Kassenschluss um 22 Uhr kamen. Selbst nach 17 Uhr waren es noch rund 1.300 Besucher.

Überhaupt ist dieser Sommer absolut rekordverdächtig, was die Zahlen angeht. „Im Juli kamen knapp 28.000 Besucher, das ist der beste jemals gemessene Monat“, berichtete die stellvertretende Stadtbad-Fördervereinsvorsitzende Maike Becker bei der Begrüßung. Insgesamt kamen vor dem Wochenende schon rund 53.000 in das Bockenemer Bad und damit 5.000 mehr als im gesamten vergangenen, verregneten Sommer. Aber auch gegenüber 2016 ist die Zahl schon jetzt höher, damals kamen gut 51.000 Menschen.

Maike Becker bedankte sich im Namen des gesamten Vorstandes bei der Begrüßung auch bei den zahlreichen Helfern. Die hatten es nicht leicht, mussten Getränke und Essen im Akkordtempo fertigstellen. Das Biergartenteam rund um Ulf und Petra Schliebaum hatte alles an Helfern zusammengekratzt, was möglich war. Ihnen stand der Schweiß und die Anstrengung ins Gesicht geschrieben. Schließlich ist das Kernteam derzeit jeden Tag von früh morgens bis spät abends, noch über die Badezeit hinaus, im Einsatz. „Das ist der absolute Rekord an verkauften Bratwürsten“, hieß es aus dem Grillunterstand, als erst fast um Mitternacht die letzten Würstchen an Frau und Mann gebracht wurden. Die Poseidon-Gruppe „Fit durchs Jahr“, meldete an ihrem Cocktailstand am späten Abend „ausverkauft“.

Auch die DLRG hatte zwölf Mitglieder im Einsatz, die an der Kasse halfen und natürlich an den Becken aufpassten, dass nichts passiert. Bis 23 Uhr konnte sich im Wasser abgekühlt beziehungsweise zu späterer Stunde, als die Temperaturen unter 27 Grad sanken, auch aufgewärmt werden. Und das nutzten im Vergleich zu den vorherigen Jahren deutlich mehr Besucher, bis zum Ende waren die Becken gut gefüllt.

Sehr gut angenommen und für viel Spaß haben die erstmals organisierten Wasserlaufbälle gesorgt, für die ein kleiner Bereich im Schwimmerbecken abgetrennt wurde. Drei Stunden nonstop produzierte Swetlana Dietrich praktisch am Fließband Luftballontiere. Am häufigsten nachgefragt waren diesmal Pandabären. Am Ende zitterten die Hände, für die das ständige Ziehen und Zerren eine schwere Aufgabe ist. Die fünfköpfige Bockenemer Familienband „Solid Punch“ spielte bis 23 Uhr Livemusik, anschließend gab es noch rund zwei Stunden Musik vom „Plattenteller“.

Nach dem Dauerregen vom vergangenen Jahr waren auch die Beachvolleyballer bei ihrem Turnier diesmal von der Sonne verwöhnt. Der Sieg ging diesmal an die Gruppe „Hello Titty“. Zum dritten Mal in Folge landeten die Ausrichter vom SV Poseidon Bockenem auf dem zweiten Rang, das entscheidende Spiel ging mit 19:21 verloren. Zehn Mannschaften waren mit von der Partie, 42 Partien über jeweils einen Satz bis 21 Punkte waren insgesamt zu absolvieren.

Aufgrund der großen Zahl an Besuchern durfte diesmal auch länger die Liegewiese in Beschlag genommen werden. Das hatte die unangenehmen Auswirkungen, dass diese sich in eine kleine Müllhalde verwandelte. Becher, Gläser und hineingeschmuggelte Flaschen lagen dort verteilt. Zum Abschluss gab es auf dem Parkplatz vor dem Freibad eine tätliche Auseinandersetzung. Die Polizei stellte vier Personen fest, zwei von diesen leisteten Widerstand und wurden für eine Blutprobe mit in de Polizeiinspektion nach Hildesheim genommen. Einer der beiden wurde anschließend entlassen, der andere blieb bis zum Vormittag in Gewahrsam. Ob es Verletzte gab konnte die Polizei auf Nachfrage nicht sagen, ein Krankenwagen war allerdings vor Ort.

Doch dieser Zwischenfall sollte eine ansonsten höchst gelungene Veranstaltung nicht trüben. Am Ende dürften alle zufrieden, im Falle der Helfer aber auch sehr erschöpft nach Hause gegangen sein.

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