Wasserpreis steigt ab Januar

Purena erhöht die Preise auf 2,22 Euro pro Kubikmeter

Purena-Geschäftsführer Hinrich Beckmann (links) informierte ausführlich über die Entwicklung der Wasserpreise und der damit verbundenen Kostensteigerungen. Neben ihm der Ausschussvorsitzende Horst-Wilhelm Kasten.

Bockenem. Das die Stadt Bockenem mit Wasser versorgende Unternehmen Purena wird zum 1. Januar nächsten Jahres den Wasserpreis von derzeit 2,02 Euro je Kubikmeter auf 2,22 Euro erhöhen. Das teilte den Mitgliedern des Finanzausschusses auf deren Sitzung am Dienstag der Purena-Geschäftsführer und Syndikusrechtsanwalt Hinrich Beckmann mit. Seine sehr eingehenden Ausführungen zu der Entwicklung des Wasserpreises begann er gleich anfangs mit der Feststellung: „Wir beabsichtigen die Wasserpreise zu erhöhen, weil unsere Kosten sich erhöht haben.“

Diese Kostensteigerung für das Unternehmen macht seit 2014 bis zum jetzigen Jahr 2019 elf Prozent aus. Der größte Posten davon, bei den einzelnen Indizes, entfällt auf den Betrieb der Pumpen mit allein 13 Prozent. Die Steigerung der Lohnkosten in dem angegebenen Zeitraum beläuft sich auf neun Prozent. Die jetzt anstehende Wasserpreiserhöhung auf 2,22 Euro je Kubikmeter beträgt 9,4 Prozent. Alle zwei Jahre danach soll der Preis überprüft werden.

Die Purena GmbH ist im Falle von Bockenem der Nachfolger der Hastra. Nach der Übernahme im Jahre 2001 hatte sie nicht nur bedeutende Netzerweiterungen im Stadtgebiet vorgenommen, sondern vor allem die Versorgung von dem damaligen harten Wasser auf das weiche Wasser aus dem Westharzer Talsperrensystem über die Grane-Talsperre umgestellt. Deshalb besitzt Bockenem neben einem in sehr gutem Zustand sich befindenden Versorgungssystem eine ausgezeichnete Wasserqualität. Pflanzenschutzmittel, Arzneimittel, Blei, Uran oder Mangan sind in diesem Wasser nicht nachweisbar. Auch die zur Netzversorgung hin und wieder herangezogenen Brunnen im Stadtgebiet weisen kaum eine Nitratbelastung auf – so der Purena-Geschäftsführer. Die Härte des Wassers liegt bei 3,7 und der pH-Wert bei 8,54. Der tägliche Wasserverbrauch in Bockenem entspricht mit 123 Litern pro Person dem statistischen deutschen Mittelwert.

Der von der Purena den Bockenemer Kunden in Rechnung gestellte Wasserpreis lag im Jahre 2007 bei 2,31 Euro, wurde danach aber 2015 auf Intervention der Landeskartellbehörde auf 2,02 Euro festgesetzt. Er blieb seitdem unverändert, wird aber ab dem 1. Januar 2020 der Kostenentwicklung entsprechend angepasst und auf 2,22 Euro erhöht. Dabei ist festzustellen, dass für die Purena die Kosten für die Wasserversorgung stärker gestiegen sind als die Preise. Diese Differenz kann das Unternehmen durch positive Entwicklungen auf anderen Geschäftsfeldern ausgleichen.

An den über 30 Minuten währenden Vortrag des Geschäftsführers schloss sich im Ausschuss eine Diskussion an, an welcher sich vor allem Fabian Thomas, der Vorsitzende Horst-Wilhelm Kasten und Karl-Heinz Hodur beteiligten. Das Fazit an die Adresse des Purena-Vertreters fasste Horst-Wilhelm Kasten mit der Feststellung zusammen: „Ich glaube dass wir Ihre Ausführungen betriebswirtschaftlich nachvollziehen können.“

Im weiteren Verlauf der Sitzung gab der Ausschuss seine Zustimmung zur Bildung einer Erschließungseinheit der beiden bisherigen Erschließungsanlagen „An der Söhleke“ und Müllerweg in Volkersheim, womit auch ein einheitlicher Erschließungsbeitrag festgesetzt wird. Der Beschluss erfolgte bei einer Enthaltung. Dies bedeutet, dass Anwohner beider Straßen 17,83 Euro pro Quadratmeter an Erschließungskosten zahlen müssen. Wie berichtet, liegen die Kosten für die Herrichtung von Straßen und Gehwegen im Müllerweg bei 98.000 Euro, für die Straße An der Söhleke rund 200. 000 Euro. Für den Müllerweg ergebe sich ein Beitrag von 9,96 Euro je Quadratmeter, für die Straße An der Söhleke 27,30 Euro. Nach einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes ist eine Zusammenfassung dann vorzunehmen, wenn die Erschließung eines Areals mindestens ein Drittel teurer ist, als das andere und beide direkt zusammenhängen. Beides kommt in diesem Fall zum Tragen.

Zustimmung gab es auch für die neue Fassung der Satzung über die Benutzung der Dorfgemeinschaftsräume der Stadt. Die neue Vorlage hatte ein Arbeitskreis erarbeitet, an der Beratung waren auch die Ortsvorsteher und die Ortsräte beteiligt. Vereine und Verbände können die Räume kostenlos nutzen, und für Private gilt ein einheitlicher Satz von 100 Euro pro Tag, Werder und Wohlenhausen betreffend 80 Euro. Die stundenweise Nutzung macht zehn Euro aus. Bestandteil der neuen Satzung ist auch eine Hausordnung, welche Verhaltensweisen regelt.

Wie auf der Sitzung bekannt wurde, müssen die Verhandlungen über die Vergabe der Gaskonzession neu geführt werden, wobei eine Neubewertung aufgrund juristischer Vorgaben vorgenommen werden muss. Es gibt also derzeit keinen neuen Vertrag, und bis dieser kommt, läuft der bisherige weiter. Wie weiter mitgeteilt wurde, hat das Hochwasser des Jahres 2017 der Stadt bei stattgefundenen Schäden im Klärwerk und auf einigen Straßen 67.500 Euro gekostet. Die Stadtkasse wird davon allerdings 58.500 Euro aus Fördermitteln zurückerhalten.mk

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