Weihnachtsdorf sucht neue Chefin

Nach neun Jahren, davon sieben in Eigenregie, kann Susanne Meyer den Aufwand nicht mehr realisieren

Auch im Jahr 2018 lief es gut. Trotz eher schlechter Wetterbedingungen war das Weihnachtsdorf an acht Tagen im Advent ein beliebter Treffpunkt.

Bockenem. Nach neun Jahren ist Schluss: Die „Mutter“ des Bockenemer Weihnachtsdorfes wird die „Zehn“ nicht mehr vollmachen. Seitdem das Dorf im Jahr 2010 erstmals organisiert wurde, stand Susanne Meyer als Chefin der Freiwilligenagentur Miteinander im Ambergau (MiA) in einer der Hütten. Vier Wochen lang immer donnerstags und freitags von zirka 14 bis nach 20 Uhr gehörte sie dazu. In den ersten beiden Jahren noch von Holger Pieper organisiert, übernahm sie dessen Aufgabe von 2012 an. Ob Termine vergeben, Musik organisieren oder Kabel verlegen – Meyer war mittendrin. „Ich höre auch mit einem weinenden Auge auf“, teilte Meyer mit. Denn auch wenn es immer viel Arbeit war, Spaß habe es schon gemacht.

Warum ist dann nun Schluss? „In der Zeit bleibt einfach vieles andere liegen. Zum Beispiel können unsere Kinder- und Seniorennachmittage in den vier Wochen nicht stattfinden. Auch werden meine Helfer krankheits- oder berufsbedingt weniger und unsere Betreuungskinder sind noch zu jung, um zu helfen“, erklärt sie auf Anfrage des „Beobachter“. Ganz aufgeben möchte sie das Dorf nicht. Organisatorisch würde sie weiter unterstützen, wenn das gewünscht wird: „Ich möchte aber nicht mehr den ganzen Tag dort stehen. Das ist nicht machbar.“ Wie genau es weitergeht, dass müsse im Rathaus aber noch besprochen werden.

Einschlafen soll der Treffpunkt in der Weihnachtszeit nicht: „Das wäre schade, nachdem es in den vergangenen Jahren so gut gelaufen ist.“ In den ersten Jahren, so erinnert sich Susanne Meyer noch gut, hätten sich die Vereine in den Hütten mehr gegenseitig unterstützt, als das es noch weitere Besucher gab. Trotzdem haben einige Vereine dem Vorhaben die Treue gehalten. Und das zahlte sich aus. Denn nach zwei, drei Jahren Anlaufzeit wurde die Besucherzahl immer größer. Inzwischen ist das Dorf etabliert und aus dem weihnachtlichen Geschehen Bockenems nicht mehr wegzudenken. Auch im Jahr 2018 sei es trotz der schlechten Wetterbedingungen an den meisten Tage wieder gut gelaufen.

„Ich möchte mich bei allen bedanken, die mich und das Dorf in all den Jahren unterstützt haben“, sagt die MiA-Chefin. Zu denen gehören neben den Helfern in „ihrer“ Hütte natürlich auch die Vereine und Organisationen, die zum Teil von Beginn an mit dabei waren. Dank gelte auch den Schulen und sonstigen Gruppen, die mit ihren musikalischen Beiträgen zum Gelingen beigetragen hätten. Nicht zuletzt möchte Meyer den Stammgästen danken, die bei Wind und Wetter an jedem Tag da waren und für Umsatz sorgten.

„Es war eine schöne Gemeinschaft im Dorf, ein guter Zusammenhalt. An negative Erlebnisse kann ich mich kaum erinnern. Höchstens, dass es immer noch Leute gibt, die die Veranstaltung vor allem auf Facebook schlecht reden, obwohl sie noch nie hier gewesen sind“, so Meyer abschließend. In der kommenden Adventszeit wird das Weihnachtsdorf zehn Jahre alt, sofern sich jemand findet, der alles weiterführt. Auch Susanne Meyer wird dann wieder vor Ort sein. Allerdings nicht mehr hinter dem Verkaufstresen, sondern davor.dh

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