Wie soll der Hochwasserschutz für den Kindergarten im Südwall aussehen

Nicht nur für die Bachseite muss ein Schutz her / Trocknungsmaschinen laufen noch immer

Beim Juli-Hochwasser 2017 trat das Hochwasser nicht von der Bach-, sondern von der Ostseite her ein.

Bockenem. Als der heute in der Trägerschaft der Evangelischen Kirche befindliche Kindergarten im Südwall im Jahre 1938 von der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt erbaut und 1939 offiziell als NSV-Kindergarten eingeweiht wurde hatte man an dieser Stelle vor dem Schlangenthor und unmittelbar am Ortshäuser Bach gelegen noch keine Probleme mit möglichen Hochwasser. Doch in der Gegenwart ist die Situation anders geworden. So brachte das Hochwasser vom Juli letzten Jahres solch erhebliche Schäden, dass in einem der großen Gruppenräume noch heute die Trocknungsapparate laufen, um danach das Ganze wieder in Betrieb nehmen zu können. Die Schäden zeigen sich nach den Worten der Kindergartenleiterin Anke Zauritz überall, insbesondere auch deshalb, weil sich die Bodenplatte völlig vollgesogen hatte.

Seitens der Kirche als Träger dieser Einrichtung beabsichtigt das Kirchenamt Hildesheim des Evangelisch-lutherischen Kirchenkreises nun einen präventiven Hochwasserschutz entlang der südlichen und östlichen Grundstücksgrenze mittels 20 bis 40 Zentimeter hoher Betonaufkanten zu installieren, auf die dann noch ein neuer Zaun gesetzt werden soll, weil der alte mittlerweile defekt ist. An der nördlichen Grundstücksgrenze zum Südwall hin wird ein dort bestehender Erdwall weitergeführt und die gepflasterte Zuwegung zum Kindergarten aufgenommen und verlegt.

Insgesamt betrachtet bekommt der Kindergarten damit einen Hallig- beziehungsweise Warfcharakter. Die erforderlichen Baukosten veranschlagt das Architektenbüro, welches die Kirche mit dieser Maßnahme beauftragt hat, mit 52.325 Euro. Abzüglich eines Landkreiszuschusses von 34 Prozent und eines des Kirchenkreises mit zehn Prozent bliebe der Stadt Bockenem ein zu finanzierender Anteil von 29.2302 Euro.

Zunächst sollen Gespräche mit der KWG geführt werden

Bei diesem Sachstand sah sich jetzt der Ausschuss für Schule, Jugend und Bürgerangelegenheiten veranlasst, das Thema bei seiner Zusammenkunft am Dienstag auf die Tagesordnung zu setzen. Angesichts der Tatsache, dass das Juli-Hochwasser des letzten Jahres nicht von der Südseite her, wo der Ortshäuser Bach fließt, in das Kindergartengelände eingetreten war, sondern seinen Zufluss von der Ostseite, wo das benachbarte KWG-Gebäude steht und auch von der Nordseite, also vom Südwall her genommen hatte, tauchte bei der stattgefundenen Diskussion vorrangig die Frage auf, ob die beabsichtigten Baumaßnahmen mit Blick auf künftige Hochwässer ausreichen würden und man durch die vorgesehene Betonteilumrandung auf der Ostseite nicht das KWG-Grundstück stärker gefährden würde. Man wolle durch eine solche Umbauung doch nicht die Nachbarn „nass machen“, warf dabei das Ausschussmitglied Horst-Wilhelm Kasten ein.

Letztlich verblieb man so, die vorliegende und zu beratende Drucksache 128 erst einmal abzusetzen und sich mit der KWG dahingehend zu kontaktieren, auch ihr Anwesen in diesen präventiven Hochwasserschutz einzubeziehen, um erst danach die finanziellen Fragen endgültig zu klären.mv

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