Im Team läuft’s wie am Schnürchen

Schatzsuche, Füller-Führerschein & Co. – Konflikt-Kultur-Tage an Kurt-Klay-Schule haben wichtigen Hintergrund

In luftiger Höhe durchs Netz? Allein klappt das kaum, aber im Team ist das eine ganz leicht Übung. Und Spaß macht’s auch.

Lutter. Mit Hänseleien fängt es an, und später dann folgen nicht selten Demütigungen und Schläge: Wenn einzelne Schülerinnen und Schüler das Gefühl haben, nicht nur ausgegrenzt zu sein, sondern sich regelmäßig verbalen Attacken oder gar körperlichen Angriffen ausgesetzt fühlen, dann kann das böse ausgehen. Der jüngste Fall eines elfjährigen Mädchens, das sich in Berlin als mutmaßliches Mobbingopfer das Leben genommen hat, schreckte auf. Ein Einzelfall ist das leider nicht. Wie so oft, gilt auch hier: die besten Probleme sind die, die gar nicht erst entstehen.

Das hat man natürlich auch bei der Kurt-Klay-Schule in Lutter am Barenberge erkannt. Hier hat es diese Thematik sogar auf den Stundenplan geschafft. In der vergangenen Woche standen wieder zwei Konflikt-Kultur-Tage auf dem Programm. Es gibt sie zweimal im Jahr, zeitlich jeweils im Bereich der Zeugnisausgabe. Die Inhalte sind dabei natürlich immer abhängig von den Klassenstufen, und doch ließ sich schnell ein gemeinsamer Nenner ausmachen, der sich durch alle Aktionen zog – Teamarbeit.

Beispiel Klasse 3a: Hier hatten sich Schulleiterin Katharina Kurzawa und ihr Team etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Die Klasse wurde in die vier Gruppen „Stiefel“, „Rucksack“, „Lagerfeuer“ und „Camp“ aufgeteilt. Jede Gruppe hatte nun die Aufgabe, sich einen Weg durch den tiefen Dschungel zu bahnen. Sogar für die entsprechende Geräuschkulisse war gesorgt. Das alles ging natürlich nur, indem zum Teil knifflige Logik- und Rechenaufgaben gelöst wurden. Die richtigen Antworten führten zu einem sechsstelligen Code, mit dessen Hilfe sich eine geheimnisvolle Schatzkiste öffnen ließ.

„Wir wollen den Schülerinnen und Schülern auf diese Weise vermitteln, dass sie jedes Ziel erreichen können, wenn sie denn als Gruppe, als Team, zusammenarbeiten“, machte Katharina Kurzawa deutlich. Als Belohnung gab es übrigens für jeden eine Walnuss, „gefüllt“ mit einem Edelstein als Glücksbringer.

Bereits am Tag zuvor hatten die Drittklässler Regeln erarbeitet, was denn wichtig ist in der Schule. Lernen, nicht streiten, nett zueinander sein, gute Freundschaften pflegen, „alles soll so bleiben wie es ist“ – das waren die Ergebnisse. „Außerdem haben wir die Tür zum Klassenraum verzaubert“, ergänzte die Schulleiterin. Der Raum wird künftig nämlich nur mit einem Lächeln betreten.

Sich gegenseitig helfen stand übrigens auch ein paar Schritte weiter hoch im Kurs. Hier war aus erster Hand zu erleben, was die neu eingerichteten jahrgangsgemischten Klassen ausmacht. „Wenn man als Pädagogin sieht, wie sich die Schülerinnen und Schüler bei der Bewältigung von Aufgaben unterstützen, wie die ‘Großen’ den ‘Kleinen’ helfen, dann gibt es da schon mal Gänsehaut-Momente“, weiß Lehrerin Julia Wagner- Konerding. Das galt natürlich auch bei den jüngsten Konflikt-Kultur-Tagen, wo der „Füller-Führerschein“ absolviert, Monster-Sätze gebildet und an sogenannten Lap-Books gearbeitet wurde.

Einiges los in Sachen Teambildung war übrigens auch in der Turnhalle. Hier sollten einzelne Schüler ihren Weg durch ein grobmaschiges Netz von einer auf die andere Seite finden – allerdings in verschiedenen Ebenen. Was sich also beim Krabbeln auf dem Boden noch einfach gestaltet, ist ohne fremde Hilfe in einem Meter Höhe schon nicht mehr möglich. „Das ist wie bei den Ameisen, da reicht auch das Starksein eines Einzelnen nicht aus, da geht es um Gemeinschaftarbeit, jeder nach seinen Fähigkeiten“, stellte eine Drittklässlerin bei der abschließenden „Manöverkritik“ fest. Am Ende waren sich alle einig, dass es nicht darauf ankommt, dass jeder sein Ding macht, sondern darauf, sich abzusprechen, aufeinander zu achten und vor allem – sich gegenseitig zuzuhören.

Hier schließt sich der Kreis. Mobbing ist ein Gruppengeschehen, das liegt auf der Hand. Und wenn unter anderem mit den Konflikt-Kultur-Tagen an der Lutteraner Kurt-Klay-Schule Unterrichtszeit in ein Klassenklima investiert wird, in dem sich jeder wohlfühlt und gut lernen kann, dann gibt es wohl kaum eine bessere Mobbingprävention...kno

Lutter

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