Samtgemeinderäte stimmen für Aufnahme von Fusionsverhandlungen mit Langelsheim

Drei kritische Punkte aus Sicht der Lutteraner postiv beantwortet / Größten Einsatz bringen die Lutteraner

Am Donnerstag stimmten die Mitglieder des Samtgemeinderates fast einstimmig für die Aufnahme von Fusionsverhandlungen, nur Ratsherr Karl-Hermann Falkenberg votierte dagegen.

Lutter. Vergleichbar ist der Prozess mit einer Hochzeit, bei der Samtgemeindebürgermeister Bodo Mahns am Donnerstag im Samtgemeinderat ins Schwärmen geriet. Die Räte standen vor der Entscheidung, ob die Fusionsverhandlungen mit der Stadt Langelsheim aufgenommen werden sollen. Nur Ratsmitglied Karl-Hermann Falkenberg, der immer wieder für die Selbstständigkeit als Einheitsgemeinde plädierte, stimmte dagegen, alle anderen waren fraktionsübergreifend klar dafür.

„Es ist keine Hochzeit aus finanziellen Gründen, sondern eine aus Liebe”, schwärmte förmlich Bodo Mahns in der Sitzung. Ein Bund fürs Leben wird es werden, Scheidung ausgeschlossen. Doch er verdeutlichte auch, dass die Lutteraner nicht mit der rosaroten Brille in die Verhandlungen gehen werden. „Wir haben das Größte zu verlieren, nämlich unsere Selbstständigkeit”, betonte der Verwaltungschef. Jetzt geht es darum, gemeinsam den Ehevertrag zu verhandeln. Ziel ist es, dass dieser am 1. November 2021 in Kraft tritt.

Bodo Mahns gab in der Sitzung einen Einblick in die bisherigen, nichtöffentlich  geführten Gespräche der Lenkungsgruppe, die anhand von 33 verschiedenen Themenschwerpunkte – von Abwasser über Kindergärten und Rathaus bis Satzungen – umfassten. Der Samtgemeindebürgermeister sprach von einer offenen, kritischen und kollegialen Stimmung. Den Lutteranern war hier besonders wichtig, die drei kritischsten Punkte auszuloten.

Nämlich Rathaus, Feuerwehren sowie Kindergarten und Kurt-Klay-Schule. Auf den Erhalt aller vier Komponenten auf dem Samtgemeindegebiet bestehen die Lutteraner. „Hätte es hier schon Differenzen gegeben, wären wir nicht an dem heutigen Punkt”, betonte der SPD-Fraktionsvorsitzende Uwe Rewitz. In der Sitzungsvorlage ist zu den bisherigen Ergebnissen bei den genannten Punkten folgendes zu finden: Bedarfsgerechter Erhalt der Ortsfeuerwehren, bedarfsgerechte Öffnungszeiten eines „Bürgerbüros” im Rathaus Lutter sowie der bedarfsgerechte Erhalt der Kita- und Schulstandorte.

Bei der  Formulierung in Sachen bedarfsgerechter Kindergartenstandort schloss sich eine kleine Diskussion unter den Ratsmitgliedern an.  Stefan Schlechtweg (FDP-WGS-Gruppe) betonte, dass die Kindergärten das jetzt schon seien, und keiner weiß, was in 20 Jahren ist. Für Karin-Rösler Brandt (SPD) ist das ein unbestimmter Begriff, der ihrer Meinung nur aussagte, sind Kinder da, bleiben die Einrichtungen erhalten.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Uwe Rewitz ist der Meinung, dass dies in den Verhandlungen angesprochen werden müsse, damit auch alle das gleiche unter dem Begriff verstehen.

Die Mitgift der Braut, in dem Fall die Samtgemeinde Lutter, sieht gar nicht so schlecht aus. Vor allem bringt sie Flächen mit, die perspektivisch eine Entwicklung von Industrie- und Gewerbeflächen entlang der B82 ermöglichen würde. Laut Mahns ist das Lutteraner Gewerbegebiet voll.

Zudem sind die Flächen im Langelsheimer Stadtgebiet aufgrund des Harzes begrenzt und daher eine Ausdehnung schwer möglich. In Langelsheim leben auf einer Gesamtfläche von 48,76 Quadratkilometern rund 11.500 Einwohner und in der Samtgemeinde Lutter wohnen auf einer Fläche von 59,84 Quadratkilometern  ungefähr 4.000 Einwohner.

Unterm Strich entsteht eine neue Einheitsgemeinde mit einer Größe von 108,6 Quadratkilometern und ungefähr 15.500 Einwohnern. Darüber hinaus wurde vom Land Niedersachsen, quasi als „Hochzeitsgeschenk fürs Ehepaar”, eine einmalige kapitalisierte Bedarfszuweisung in Höhe von ungefähr 750.000 Euro in Aussicht gestellt.

Aus Lutteraner und Langelsheimer Sicht überwiegen die Vorteile, die solch einer Fusion innewohnen. Synergieeffekte, beispielsweise durch gemeinsame Aufgabenwahrnehmung im Bereich Bauamt und Bauhof, entstehen. Eine bessere Personalgewinnung sei möglich, in diesem Zusammenhang wurde betont, dass es keine fusionsbedingten Kündigungen, weder im Lutteraner noch im Langelsheimer Rathaus geben, wird. Jedoch wird die Stelle eines Bürgermeisters wegfallen. Fakt ist aber auch, aus den Gemeinden- werden dann Ortsräte.

Wie weit die Einwohner der Samtgemeinde Lutter das Fusionsthema bewegt, lässt sich schwer sagen. Legt man die Beteiligung an den Sitzungen der Gemeinderäte und im Samtgemeinderat zu Grunde, in denen das Thema diskutiert wurde, sieht es dürftig aus. So waren in der Sitzung des Flecken Lutter gerade einmal ein Bürger, im Hahäuser Gemeinderat zwei Einwohnerinnen anwesend.syg

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