Großartiger Theatervirus beendet

Sonntag der Auftakt zum Theaterfest / Geniale Inszenierung der „Odysee“

Teilnehmer, Helfer und Sponsoren des Theatervirus’, der von den Lady-.Lions mit 1000 Euro auch einen Spendenscheck erhielt.

Bad Gandersheim. Im zweiten Jahr im neuen Modus ist das Theaterjugend-Festival der Domfestspiele nach erstmals sogar fünf Tagen am Sonntag grandios zuende gegangen. Zur Mittagszeit eröffnete die Aufführung des gemeinsamen Stückes das Theaterfest. Gewissermaßen unfreiwillig, denn der an sich geplante Theaterumzug war am Freitag überraschend abgesagt worden. Organisatorische Probleme mit der musikalischen Begleitung wurden als Grund dafür angegeben. Sie waren so kurzfristig nicht mehr lösbar.

So begann das Fest langsam zwar schon ab 11 Uhr, aber eben so richtig und mit einem Paukenschlag ab 12 Uhr mit der Theatervirus-Aufführung. Das neue Konzept des Jugendfestivals hat den früheren Wettbewerbscharakter abgeschafft, statt dessen erarbeiteten die rund 80 Mitwirkenden aus mehr als einen Dutzend Theaterjugendclubs zuzüglich einiger nicht gruppengebundener Teilnehmer gemeinsam ein Stück.

Dazu waren die Jugendlichen nach Zufallsprinzip auf fünf Szenengruppen verteilt worden, die sich dann jeweils mit einem Teil des diesjährigen Stückes befassten. Und das war nichts Geringeres als die „Odysee“.

Homers epische Dichtung auf die Bühne zu bringen, ist an sich schon schwer genug. Erst recht aber in vergleichsweise kompakter Form für eine gut einstündige Aufführung. Das gelang den Machern des Theatervirus’ unter Leitung von Theaterpädagogin Indra Schiller aber auf geradezu geniale Weise.

Die ungefähr 600 Zuschauer auf der Tribüne bekamen ein Stück in eben fünf Abschnitten geboten, in dem alle wesentlichen Elemente der Odysee vertreten waren. Eröffnet von der Gruppe „Troja“ wurde da der Krieg auf die Bühne gebracht. Die Kampfszenen in Zeitlupe versetzt, was sie szenisch bedeutend leichter darstellbar machte. Indra Schiller hatte diese Gruppe selbst geleitet.

Es folgte die Poseidon-Szene, die von der Gruppe unter Christine Karall ausgearbeitet wurde, in der die Seefahrer in Not geraten. Die bezirnsende Kirke kommt in der dritten Gruppe vor, hier hatte Franca Özkan die Leitung. Danach heulten die Sirenen – glücklicherweise nicht wieder die der Stadt, sondern die Fabelwesen, die Seefahrer gewöhnlich ins Unglück rissen. Linda Münte fand mit ihren Teilnehmern dafür die richtigen Darstellungsmittel. Und zu guter Letzt musste die fünfte Gruppe unter Leitung von Mirja Lendt den Kampf gegen den Zyklopen bestehen, bevor alle wieder daheim in Ithaka waren.

Das Bühnenbild dazu so einfach wie flexibel. Zahlreiche Pappkartons waren einmal Tisch, dann Sitzmöbel, gleich Teile eines Schiffes oder der Körper des Zyklopen. Musikalischer Untermalung zu Szenen gab es vom Band – und nach dem Stück – schon währenddessen in Szenen – tosenden Applaus.

Danach war Zeit, Dank zu sagen. Den stattete Intendant Achim Lenz der Leiterin des Festivals, Indra Schiller, ebenso ab, wie den beteiligten Gruppenleiterinnen, den zahlreichen Unterstützer aus dem Hintergrund, die in den fünf Tagen dafür gesorgt haben, dass sich über 80 Jugendlichen sehr wohl in Bad Gandersheim fühlen konnten, und nicht zuletzt den Sponsoren E-Center, Paracelsus-Kliniken und dem Lady Lions-Club. Letzterer hatte einen Scheck mitgebracht und spendete dem Festival 1000 Euro.

Aus dem Ende des Theatervirus’ heraus startete dann nahtlos das Theaterfest. Bei angenehmen Temperaturen, manchmal bedrohlich wirkenden, aber am Ende doch keinen Tropfen absondernden Wolken gab es über den ganzen Nachmittag pralles Programm auf der und um die Bühne. Mega nachgefragt die Probenausschnitte: Zur „Addams Family“ wollten deutlich mehr Menschen hinein, als die Tribüne fassen konnte. Die Einlasskräfte versuchten unterzubringen, was ging, es hatten trotzdem nicht alle Platz.

Insgesamt dürfte das Fest einen Besuch zwischen 2000 und 3000 Besuchern gehabt haben.rah

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