In drei Wochen ist Kino-„Re-Start“

Bis zum Start des neuen „Bond“ sollen die umfangreichen Heizungsarbeiten im Gandeon abgeschlossen sein

Bereiche, die kaum jemals ein Kinobesucher sehen wird: Auf dem Spitzboden über dem Saal zeigen Günther Breitenstein und Trude Poser schon einmal die ausgelegten Lüftungskanäle.

Bad Gandersheim. Über den Coup des Kinovereins Gandeon, durch den Zukauf der Nachbarimmobilie lange auf Eis liegenden Erweiterungsideen den Weg zu bereiten, hat das GK kürzlich erst berichten können. Mit einem zweiten Thema ist das Gandeon aber aktuell auch noch im Gespräch: dem Einbau einer neuen Heiz- und Lüftungsanlage sowie dem geplanten „Re- Start“ des Kinobetriebes, für den es auch ein konkretes Datum gibt: Donnerstag, 30. September.

Nicht vom Gandeon so gesetzt, macht Kinochefin Dr. Trude Poser deutlich, sondern durch den nun endlich fest geplanten Start des neuen Bond- Films „Keine Zeit zum Sterben“ vorgegeben. Gandeon hat die Startkopie gebucht, zeigt den Bond also zeitgleich zu allen anderen Kinos, in den der Bond Premiere haben wird. Wie sehr sich der Kinoverein damit selbst unter Druck gesetzt hat, mag nur beurteilen können, wer dieser Tage einmal ins Kino hineinschaut. Das ist – vom Saal mal abgesehen – immer noch Baustelle. Bekanntlich (GK berichtete) hatte sich der Kinoverein durch die Entwicklungen rund um das Thema Corona dazu durchgerungen, die Heizungs- und Lüftungsanlage zu erneuern und dabei den Erfordernissen Rechnung zu tragen, die künftig an eine virenfreie Raumluft gestellt werden.

Nur so, sagt Poser, sei künftig ein Kinobetrieb darstellbar. Der Ausbau der alten Heizanlage war schon eine kleine Herausforderung, sie hatte ihren Platz im, an den Saalbau, angesetzten Sanitärtrakt. Eine gerade gigantische Herausforderung ist aber derzeit der Einbau der neuen Anlage. Dies aus gleich mehreren Gründen: Zum einen, weil die Neuanlage enorme Ausmaße hat. „Wir mussten dazu den ursprünglichen Heizungsraum ein Stück hinter den Bühnenbereich erweitern, um das alles überhaupt hinein zu bekommen“, sagt Poser.

Das Bild (in der ePaper oder Druckausgabe) unten zeigt die bereits an ihrem Platz aufgebaute neue Anlage. Der Brenner selbst hat hier keinen Platz mehr gefunden, er werde in einem Bereich oberhalb der Außentheke seinen Platz bekommen. Die Baustelle der eigentlichen Anlage ist das eine, die langen Lüftungskanäle durch das gesamte Kino das andere. Grundlage der neuen Lüftungsanlage ist, dass die Luft das Kino nur einmal durchströmt und nicht – wie früher – immer wieder erwärmt und umgewälzt wird. Also muss der Luftstrom gesteuert werden: Die erwärmte Luft tritt bodennah ein und wird durch die Decke, die dazu mehr als fünf Öffnungen erhalten muss, abgesaugt und – nachdem die Wärme auch wieder zur Erwärmung der neuen Frischluft genutzt wird – ins Freie abgegeben. Dies geschieht durch ein Rohr, das mindestens zehn Meter von der Ansaugstelle der Frischluft entfernt sein muss, und dazu vom Sanitärtrakt bis hinauf an die höchste Stelle des Saaldaches geleitet wird. So wird sichergestellt, dass keine eventuell virenbelastete Saalluft ein zweites Mal dem Besucher „um die Nase weht“. Apropos „wehen“: Genau diesen Eindruck soll der Kinobesucher ja nicht bekommen, dass er den Luftstrom als „Durchzug“ zu spüren bekäme.

Das Tempo der Luftbewegung ist also ganz entscheidend und muss entsprechend eingeregelt werden. Auch Mitglieder des Kinovereins sind in diesen Tagen dabei beschäftigt, Teile der Lüftungskanäle auf den Boden oder in die Katakomben des Kinos zu schaffen. Handwerker sind bei den entscheidenden Durchbruchs- und Anschlussarbeiten eingebunden, es geht zurzeit alles Hand in Hand und mit Volldampf, um den Wiederstarttermin 30. September einhalten zu können. „Und wenn manches dann noch nicht ganz wieder hergestellt sein sollte, wir werden starten“, ist Trude Poser wild entschlossen. Zu guter Letzt: Runde 100.000 Euro werden hier investiert. Wie groß die Leistung des Kinovereins ist, sieht man am Fördergeldanteil: Er beträgt das mögliche Maximum von 60.000 Euro.rah

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Eine Million Euro Förderung

Viel Potenzial auf dem Bau