„Jetzt Ausbildungsstelle im Sommer sichern!“

Zahl der Arbeitslosen ist im Februar leicht gestiegen – In Seesen ist die Anzahl um vier Personen gesunken

Die nutzen sehr verschiedene Wege, um mit jungen Menschen Kontakt aufzunehmen.

Region. Die Zahl der Arbeitslosen im Agenturbezirk Braunschweig-Goslar ist im Februar gegenüber dem Vormonat weiter leicht um 102 auf insgesamt 22.044 gestiegen. Das sind 3.506 oder 18,9 Prozent mehr gegenüber dem Vorjahresmonat. Die Arbeitslosenquote liegt bei 6,7. Das ist sind 1,0 Prozentpunkte über dem Wert vor einem Jahr.

„Der leichte Anstieg der Arbeitslosigkeit ist vorrangig der Jugendarbeitslosigkeit geschuldet. Im Februar enden nicht nur die Ausbildungsverträge der Berufe mit dreieinhalbjähriger Ausbildungsdauer, auch die Verträge derjenigen, die ihre Ausbildung um ein halbes Jahr auf zweieinhalb Jahre verkürzt haben. Durch die Auswirkungen der Pandemie haben diese jungen Fachkräfte noch keinen Anschluss am Arbeitsmarkt bekommen. Sobald sich die Lage entspannt, dürfte die Jugendarbeitslosigkeit wieder deutlich sinken, denn die Unternehmen brauchen dringend die gut ausgebildeten jungen Menschen“, erläutert Gerald Witt, Chef der Agentur für Arbeit Braunschweig-Goslar.

„Die Kommunikation mit Schülerinnen und Schülern, deren Eltern sowie den Betrieben gestaltet sich während der Pandemie schwierig. Das bereitet uns auch Sorge, denn das betrifft nicht nur uns in der Berufsberatung. Auch Betriebe und Ausbildungssuchende finden weniger zusammen“, blickt Witt auf die aktuelle Situation am Ausbildungsmarkt.

„Wir bieten telefonische und Videoberatung an. Und wir sind online präsent: mit Tools wie „Check U“, der online Selbsterkundung, oder Livechats auf YouTube. Wir nutzen sehr verschiedene Wege, um mit jungen Menschen Kontakt aufzunehmen. Die Suche nach einer Ausbildungsstelle sollte nicht auf die lange Bank geschoben werden. Wir stehen mit unserer Berufsberatung gern zur Seite. Von der ersten Berufswahlidee bis zum Ausbildungsvertrag – und auch darüber hinaus. Jetzt Kontakt aufnehmen und die Ausbildungsstelle im Sommer sichern“. Der Überblick zeigt, dass die Unternehmen die Ausbildungsstellen unverändert melden, der eingeschränkte Kontakt zu Schülerinnen und Schülern in der Schule Auswirkungen zeigt.

Kurzarbeit stützt weiterhin den Arbeitsmarkt

Tausende Betriebe von Braunschweig bis Braunlage nutzen Kurzarbeit, um ihre Beschäftigten auch in der Corona-Krise zu halten. Um danach auch gut aufgestellt gleich wieder durchstarten zu können, können die Unternehmen ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter während der Kurzarbeit weiterbilden. Dafür gibt es erhebliche finanzielle Unterstützung. Die Agentur für Arbeit kann je nach Bedarf die Lehrgangskosten in Abhängigkeit von der Betriebsgröße prozentual fördern. Derzeit werden auch die Sozialversicherungsbeiträge für Beschäftigte während der Kurzarbeit übernommen.

„Der Strukturwandel hat viele Facetten und wirkt sich unterschiedlich auf Branchen und Unternehmen aus. Wir beraten und unterstützen deshalb Beschäftigte und Unternehmen, wie die Zeiten der Kurzarbeit für Weiterbildung genutzt werden kann, um den Fachkräftebedarf zu decken. Doch auch nach der Pandemie ist das Thema Weiterbildung wichtig. Jetzt ist ein guter Zeitpunkt für die Beratung“, rät der Chef der Arbeitsagentur.

Seit Jahresbeginn gab es in Seesen 293 Arbeitslosenmeldungen

Die Arbeitslosigkeit in Seesen hat sich von Januar auf Februar um vier auf 788 Personen verringert. Das waren 192 Arbeitslose mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug im Februar 6,5 Prozent; vor einem Jahr belief sie sich auf 4,9 Prozent. Dabei meldeten sich 133 Personen (neu oder erneut) arbeitslos, einer weniger als vor einem Jahr und gleichzeitig beendeten 139 Personen ihre Arbeitslosigkeit (-33). Seit Jahresbeginn gab es insgesamt 293 Arbeitslosmeldungen, das ist ein Minus von 32 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum; dem gegenüber stehen 251 Abmeldungen von Arbeitslosen (-72).

Der Bestand an Arbeitsstellen ist im Februar um zehn Stellen auf 91 gestiegen; im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es elf Arbeitsstellen weniger.
Arbeitgeber meldeten im Februar 29 neue Arbeitsstellen, 13 weniger als vor einem Jahr. Seit Januar gingen 48 Arbeitsstellen ein, gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist das eine Abnahme von zwölf.red