Landkreis Goslar vergibt erneut die „Grüne Hausnummer“

Klimaschutzkampagne geht in die dritte Runde / Anmeldung noch bis zum 15. August möglich

Auch im Seesener Stadtgebiet schmückt die „Grüne Hausnummer“ ein paar Häuser. Darunter seit 2018 das Eigenheim von Heidelore und Werner Brehmer in Bornhausen.

Seesen/Goslar. Wer energieeffizient saniert oder beim Neubau seines Ein- oder Zweifamilienhauses den KfW 40 Standard erreicht hat, steigert nicht nur seinen Wohnkomfort und senkt seine Energiekosten, sondern der kann sein Engagement zukünftig wieder in Form einer „Grünen Hausnummer“ sichtbar am eigenen Haus anbringen. Nach zwei erfolgreichen Kampagnenrunden in 2017 und 2019 lobt der Landkreis Goslar die „Grüne Hausnummer“ in Kooperation mit der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen (KEAN) und der Energie Ressourcen Agentur Goslar (ERA) nun erneut aus. „Ziel der Kampagne ist es, gute Beispiele sichtbar zu machen und anhand dieser aufzuzeigen: ‚Sanieren lohnt sich und es geht!‘“, berichtet Elisa Nestmann, Klimaschutzmanagerin des Landkreises und Initiatorin des Projektes. Mit der Auszeichnung sollen Hausbesitzer animiert werden, die Energieeinsparpotentiale in den eigenen vier Wänden zu erkennen und zu heben.

Denn ein Handeln ist hier dringend erforderlich. Laut Umweltbundesamt entfällt ein Viertel des Endenergieverbrauches in Deutschland auf private Haushalte. Diese verwenden im Durchschnitt mehr als zwei Drittel ihrer Endenergie für Raum- und Heizwärme. Bei schlecht bis gar nicht isolierten Häusern sogar bis zu 85 Prozent. Um das von der Bundesregierung für 2050 angestrebte Klimaschutzziel des nahezu klimaneutralen Gebäudebestands zu erreichen, ist es daher zwingend notwendig, die energetische Sanierung des Gebäudebestands deutlich zu steigern. Hier sind alle Gebäudeeigentümer gefragt.

Mithilfe moderner Technologien und einer energieeffizienten Gebäudedämmung können Hausbesitzer große Einsparpotenziale heben und somit auf Dauer den eigenen Geldbeutel entlasten und obendrein zum Klimaschutz beitragen. Dass Gebäudedämmung einen positiven Effekt auf das Raumklima hat und für eine bessere Energieeffizienz sorgt, konnte Elisa Nestmann bereits im September 2019 mit der „Eisblockwette“ auf dem Jakobikirchhof in Goslar erfolgreich unter Beweis stellen, der „Beobachter“ berichtete.

Bei der Aktion handelte es sich um zwei von außen vollständig identisch aussehende Holzhäuschen, eines gedämmt, das andere nicht, die jeweils einen 1.000 Liter Eisblock „beherbergten“. Nach 45 Tagen mit sommerlichen Außentemperaturen lag die Temperatur im gedämmten Häuschen, der „Villa Wohlig“, noch bei 3,5 Grad Celsius und der Eisblock war nur etwa zur Hälfte abgeschmolzen. Im Vergleich dazu hatte sich der Eisblock in der ungedämmten „Villa Hitzig“ bereits nach zwei Wochen vollständig verflüssigt.

Mit dem Experiment konnte deutlich gezeigt werden: Dämmen lohnt sich! Das berichten auch die 21 Hausbesitzer, die in den beiden vergangenen Kampagnenrunden im Landkreis Goslar mit der Grünen Hausnummer prämiert wurden. So konnte beispielsweise im März 2018 im Rahmen der erstmaligen Auszeichnung auch fünf Familien aus dem Seesener Stadtgebiet diese verliehen werden. Niedersachsenweit sind es seit Beginn der Kampagne in 2015 mittlerweile über 1.000. Eine Bewerbung für die Auszeichnung ist noch bis Sonntag, 15. August, möglich.

Der Bewerbungsbogen und weitere Informationen sind erhältlich unter www.landkreisgoslar. de/grüne-hausnummer. Fragen zur Bewerbung können an Elisa Nestmann entweder per Mail an klimaschutz@ landkreis-goslar.de oder unter der Rufnummer (05321) 76252 gestellt werden. Für all diejenigen, die die Modernisierung ihres Eigenheims erst in naher Zukunft planen und auf Maßnahmen zum Energiesparen setzen wollen, bietet die Energie Ressourcen Agentur Goslar (ERA) eine kostenfreie und neutrale Erstberatung an.

Dort können verschiedene Sanierungsoptionen besprochen werden. „Es ist wichtig und empfehlenswert, das Gebäude ganzheitlich zu betrachten, bevor Einzelsanierungsmaßnahmen vorgenommen werden. So kann sichergestellt werden, dass die einzelnen Maßnahmen passend aufeinander abgestimmt sind“, macht Michael Stieler, Energieeffizienzberater bei der ERA, deutlich. Weitere Informationen erteilt die ERA unter (05321) 6857899 oder per Mail an michael. stieler@goslar.de . Eine umfassendere Energieberatung für Wohngebäude empfiehlt auch der Bund und fördert diese über die BAFA mit einem Zuschuss in Höhe von 80 Prozent des zuwendungsfähigen Beratungshonorars, maximal 1.300 Euro bei Ein- und Zweifamilienhäusern und maximal 1.700 Euro bei Wohnhäusern mit mindestens drei Wohneinheiten.

In einer Vor-Ort-Beratung ermittelt ein qualifizierter Energieberater den energetischen Zustand des Wohngebäudes, auf Basis dessen er für den Beratungsempfänger ein energetisches Sanierungskonzept bzw. einen individuellen Sanierungsfahrplan erstellt. In diesem gibt er Empfehlungen, wie das Wohngebäude Schritt für Schritt über einen längeren Zeitraum durch aufeinander abgestimmte Maßnahmen umfassend energetisch saniert werden kann, oder wie durch eine umfassende Gesamtsanierung ein bundesgefördertes KfW-Effizienzhaus zu erreichen ist. Zudem wird auch auf geeignete Fördermöglichkeiten hingewiesen. Qualifizierte Energieberater sind unter anderem in der „Energieeffizienz- Expertenliste für die Förderprogramme des Bundes“ unter www.energie-effizienz-experten.de zu finden. Weitere Informationen zum Förderprogramm gibt es hier.syg/bo

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