Landwirtschaftsminister Christian Meyer

„Jetzt eine Aufbruchstimmung schaffen!“

Nach Zuschlagsentscheidung persönlicher Besuch vor Ort / Ermutigung an Stadt und Bürger zur Übernahme der Ausrichtung

So schön sollte es überall im Gandersheimer Kurgebiet aussehen, befand auch der Landwirtschaftsminister (vorn links) bei seinem Besuch. Die LGS böte dazu seiner Meinung nach die beste Chance.

Bad Gandersheim. In der Roswithastadt weilte der Niedersächsische Landwirtschaftsminister Christian Meyer zuletzt im Vorfeld des Kommunalwahlkampfes, um den Grünen für den Einzug in den Rat Rückenwind zu geben. Sein verhältnismäßig kurzfristig ermöglichter Besuch am Dienstag stand nunmehr im Zusammenhang mit der Bewerbung der Stadt zur Landesgartenschau 2022. Die Vergabe und Begleitung ist dem Landwirtschaftsministerium zugeordnet.

Aus dem war vor wenigen Wochen – unerwartet früh – die Nachricht gekommen, dass die Jury Bad Gandersheims Bewerbung bereits eingehend studiert und in der Folge einer Zustimmung den Zuschlag erteilt hatte. An sich ein Grund zur Freude, die in der Roswithastadt aber im Moment deshalb über diesen Umstand noch verhalten ist, weil am Sonntag erst noch die Hürde der Bürgerbefragung zu nehmen ist, bevor die Signale am Donnerstag nächster Woche vom Rat endgültig gestellt werden könnten.

Christian Meyer war es nach dem Zuschlag ein doppeltes Bedürfnis, noch einmal persönlich Bad Gandersheim zu besuchen. Zum einen wollte er sich selbst ein Bild vom aktuellen Zustand machen, wofür er sich eine gute Stunde Zeit für einen Rundgang durch den Kern des Kurbereiches genommen hatte. Zum anderen diente der Besuch im Vorfeld der Bürgerbefragung auch der Ermutigung, am Sonntag mit einer Zustimmung Bad Gandersheim ein Tor in eine bessere Zukunft aufzustoßen.

Empfangen wurde der Minister zunächst im Rathaus, wo es einen kleinen Empfang gab, dem auch Vertreter der Ratsfraktionen beiwohnten. Der Sekt blieb in der Flasche, das könne sonst als falsches Signal verstanden werden, so Meyer selbst – angestoßen wurde mit Mineralwasser, bevor es auch den obligatorischen Eintrag ins Goldene Buch der Stadt gab.

Grundlegende Informationen über das mögliche Landesgartenschaugelände und die nach der Machbarkeitsstudie vorliegenden Ideen seiner Umgestaltung wurden im Dienstzimmer der Bürgermeisterin zunächst an der Übersichtskarte erläutert, bevor es dann hinaus ging ins Gelände.

Ausgangspunkt war das Hotel am See, von wo aus sich Meyer einen Einblick in den aktuellen Zustand des Umfeldes, des anliegenden Seengebietes sowie beim Gang entlang des Freibades bis zur Sole-Trinkquelle und am Hallenbad zurück vom Kernbereich des Kurgebietes machen konnte.

Station war natürlich auch der Barfußpfad, an dem Meyer voll des Lobes für die schöne Einrichtung befand, dass es doch Gandersheim gut täte, überall so schön gestaltet zu sein. Eine Trinkprobe der Sole im Roswitha-Trinkhäuschen wurde nicht ausgelassen, bevor es zu Fuß durch den Kurpark ging. Der Sanierungsbedarf sei unübersehbar, so der Minister.

Ein umfassender Einblick war in der Kürze der Zeit natürlich nicht möglich. Christian Meyer sagte aber in einem Interview, dass das Gandersheimer Kreisblatt mit ihm führen durfte, die Stadt sei sicher gut beraten, die Chance, die sich ihr durch die Ausrichtung einer Landesgartenschau eröffnen, zu ergreifen.

Nach eventuellen Hintergründen befragt, warum es mit Bad Gandersheim nur einen Bewerber gegeben habe, machte der Landwirtschaftsminister deutlich, die Zahl der potenziellen Bewerber sei in der Tat überschaubar in Niedersachsen. Für Landesgartenschauen geeignet seien vornehmlich Tourismus- und Gesundheitsstandorte. So sei es kein Zufall, dass vier der fünf bisherigen Ausrichter ein „Bad“ im Namen getragen hätten. Papenburg sei bisher die einzige Ausnahme gewesen, und der Ansatz, sich dabei stark auf das Vorhandensein einer großen Werft zu verlassen, habe nicht vollständig funktioniert.

Zu dem von Kritikern einer LGS-Ausrichtung als Alternative vorgeschlagenen Weg, Bad Gandersheim ohne eine LGS in kleinen Abschnitten zu sanieren, sagte Meyer, dass die Roswithastadt aus seiner Sicht eine wirkliche Aufbruchstimmung benötige. Die sei auf diesem Wege nicht zu erreichen.

Eine Entscheidung für eine Landesgartenschau hingegen vermöge das durchaus, weil sie mit einer klaren Zielsetzung und festen Zeitvorgaben verbunden sei. Zudem werde in dem Fall ein ganzheitliches Konzept aufgestellt, wie die Stadt Bad Gandersheim zum Jahre 2022 und danach aussehen solle.

Minister Meyer wies in dem Interview auch darauf hin, dass das Angebot der Landesregierung, Bad Gandersheim in allen Bereichen bei der Ausrichtung zu unterstützen, nicht nur eine Ankündigung sei. Konkret erlebe das gerade Bad Iburg, das sich intensiv auf die im nächsten Frühjahr dort beginnende Landesgartenschau vorbereitet und dem die Landesregierung aus verschiedensten Fördertöpfen inzwischen mehr als drei Millionen Euro habe zukommen lassen können. Das werde ohne Zweifel im Falle Bad Gandersheims bei einer positiven Ratsentscheidung in der nächsten Woche auch nicht anders sein.rah

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