Perspektive: Förderprogramm Stadtgrün

Stadt bemüht sich um Aufnahme / Programm könnte auch bedeutsamen Teil zu LGS-Investitonen beitragen

Heike Wohltmann (links) bei ihrem Vortrag.

Bad Gandersheim. Zu einem Informationsabend für die Vorstellung eines Förderprogrammes mit dem Namen „Zukunft Stadtgrün“ hatte die Stadt am Dienstag kurzfristig ins Waldschlößchen eingeladen. Rund 25 Interessierte fanden sich dazu ein. Torben Pöplow von der DSK Bremen, Heike Wohltmann von plan-WerkStadt Bremen und Felix Matthes vom „Forum Bremen“ waren durch die Stadt mit einer Voruntersuchung beauftragt worden, deren Ergebnisse Wohltmann und Pöplow nun vorstellten.

Schnell wurde dabei deutlich, dass es eine enge Verbindung zum Thema Landesgartenschau gibt. Das voruntersuchte Gebiet liegt in weiten Teilen im Grüngürtel des geplanten LGS-Geländes. Die Überschneidung kommt nicht von ungefähr: Mit den durch das Förderprogramm förderfähigen Maßnahmen, so Bürgermeisterin Franziska Schwarz würde es der Stadt gelingen, bereits einen bedeutsamen Teil der für eine LGS nötigen Investitionen in einem Förderprogramm unterbringen zu können.

Andererseits: Das Förderprogramm zielt keineswegs auf Kommunen ab, die eine Landesgartenschauausrichtung im Auge haben. Sollte also das Gutachten Bad Gandersheim als zur Aufnahme in die Förderung qualifizieren und die Aufnahme auch erfolgen, könnten die Maßnahmen selbst dann vorgenommen werden, wenn es nicht zur Durchführung einer LGS käme.

Da im Moment aber noch kein Anlass dazu besteht, von einer Nichtausrichtung auszugehen, werden beide Dinge Hand in Hand betrachtet, wie Heike Wohltmann später noch deutlicher machte, als sie auf Nachfragen aus der Zuhörerschaft bestätigte, es werde nichts doppelt angefasst. Die Förderung werde für das in Anspruch zu nehmen sein, was eventuelle LGS-Planer nach einem Auftrag konkret beplanen wollten.

Im Kern geht es in dem erst vor Kurzem aufgelegten Förderprogramm darum, genau solchen Kommunen wie Bad Gandersheim zu helfen, zum Beispiel in die Jahre gekommene Kuranlagen wieder auf modernen Stand zu bringen. Also zum Beispiel Wegebau zu betreiben, Mobiliar (Bänke etc.) zu beschaffen, Barrieren zu beseitigen, aber auch neue Verbindungen zu schaffen, wozu auch der Bau von Brücken gehört.

Im Rahmen der nun vorab rund sechswöchigen Vorbegutachtung – Torben Pöplow sprach später vom einem „Schlechtachten“, weil es gerade darum gehe, besonders auf die Probleme und Defizite zu schauen – sind diese deutlich herausgestellt und benannt worden. Sie hier aufzuzählen, erübrigt ob der lokalen Kenntnis der Lage.

Daneben aber sahen die beiden Referenten auch die großen Potenziale, die Bad Gandersheim zu bieten habe. Das wiederum mache die Stadt für eine Förderung besonders interessant, da die Verbesserung des Stadtgrüns hier viel Wirkung entfalten könne.

Die Ergebnisse sind in einer sogenannen Missstandskarte festgehalten worden. Zusammen mit einer Menge weiterer Daten sammelt sich das alles zu einer Antragsmappe, die bis zum 1. September bereits für die Aufnahme in das Förderprogramm eingereicht werden muss. Da der Rat erst im September tagt, wird sein Beschluss noch nachgereicht werden müssen.

Sollte Bad Gandersheim – was durchaus zu erwarten steht – für förderfähig erachtet und aufgenommen werden, geht es 2018 zur Sache: Dann steht fest, ob die LGS kommen soll, ein Architektenwettbewerb würde ausgeschrieben, der die konkreten Maßnahmen aufzeigt, für die dann konkrete Förderung noch im Jahreslauf beantragt werden würde.

Mit im Boot ist beim Bezahlen auch die Stadt. Gefördert wird in Drittelfinanzierung zusammen mit Bund und Land. Aber 66,6 Prozent der Kosten einer Maßnahme abgenommen zu bekommen, ist eine grandios bessere Perspektive, als diese Investitionen vielleicht allein schultern zu müssen. Und dass Bad Gandersheim sie braucht – mit oder ohne LGS –, daran zweifelte am Dienstag selbst im Publikum wohl niemand.rah

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