Diamantene Hochzeit im Hause Klauke

Heute vor 60 Jahren gaben sich Ilse und Werner in Rhüden das Ja-Wort

Rhüden. Ist es ein positives Zusammenspiel ganz vieler Faktoren? Ist es Glück im engeren oder weiteren Sinne? Das mag dahingestellt bleiben. In jedem Fall sind es 60 Jahre, die Werner und Ilse Klauke, geborene Sandvoß, mittlerweile in der Ehe und in der Liebe miteinander verbunden sind. Wir befinden uns im Jahr 1958. Damals war der letzte Weltkrieg noch zum Greifen nahe und das Wirtschaftswunder lag noch in frischen Windeln. Die junge Republik stand vor der wichtigen Aufgabe, die buntgewürfelte Nachkriegsgesellschaft auf einen gemeinsamen Weg zu bringen.

Dass diese Aufgabe insgesamt gut gelingen konnte, zeigt auch der Lebensweg von Ilse und Werner. Nach seiner Geburt in Muckrow im Bezirk Frankfurt an der Oder kam Werner nach Vertreibung und Flucht im Jahr 1946 nach Wohlenhausen, wo er die Dorf-Schule besucht. Nach der Konfirmation wurde er zunächst Tischlergeselle im Hause Weiberg in Rhüden. Zwei Jahre war er dann im Ofen-Bau auf der Wilhelmshütte beschäftigt. In den Jahren 1958 bis 1993 war er Gummierer und Kunststoff-Schlosser sowie Vorarbeiter bei den Harzer Apparate-Werken in Bornum. Im Rahmen dieser Tätigkeit war Werner Klauke auch viele Jahre auf Montage im Ausland, bevor er dann mit 59 Jahren wegen der Betriebsschließung in Rente ging.

Ilse Sandvoß stammt gebürtig aus Rhüden. Nach Schule und Konfirmation besucht sie ab dem Jahre 1953 die Nadelwerk-Schule in Bockenem, danach absolviert sie eine Friseur-Lehre im Salon Behrens im ehemaligen Klein Rhüden. 20 Jahre lang war sie dann im Haushalt bei Tierarzt Meyer beschäftigt, bevor sie danach 20 Jahre lang die Raumpflege in der St.-Georgs-Schule ausübt. Haushalt, Kinder und Garten: Hier war sie weitgehend auf sich gestellt, da ihr Werner viel auf Montage war. Dieser Umstand brachte die eine oder andere Entbehrung für beide mit sich.

Kennengelernt haben sich Ilse und Werner übrigens im Jahr 1952 im Kino bei Schwartz in der letzten Reihe. Es gab „Hoffmanns Erzählungen“: Drei tragische Lieben haben das Leben des Dichters Hoffmann beeinflusst. Der Film ist ein einzigartiger Rausch von wundervoller Musik, perfekt choreografiertem Tanz, opulenter Ausstattung und eindrucksvoller Kameraführung. Kein Wunder also, dass es da bei den beiden kräftig gefunkt hat!

Heute freuen sie sich über die Kinder Rüdiger, Bettina, Anja und Britta sowie über die Enkel Florian, Jacqueline, Marcel und Jana. Ihr ganzer Stolz sind zudem die Urenkel Lina Sofie, Amelie, Jolien. Werner war in seiner knapp bemessenen Freizeit zunächst 8 Jahre aktiver Sänger im MGV Wohlenhausen, danach 10 Jahre im Kirchenchor Rhüden und 50 Jahre beim MGV Rhüden bis heute, darunter 40 Jahre im Vorstand. In der Jugend hat Werner zudem als Rechtsaußen beim FC Rot Weiß gespielt. Aber auch Ilse war viele Jahre aktive Sängerin im Gemischten Chor „Germania“ und pflegte die Dorfgemeinschaft bei den vereinsinternen „Schnaps-Wachteln“.

Eins von den vielen Geheimtipps einer hohen Lebensqualität im Alter ist das gemeinsame Wandern. Innerhalb von drei Jahren haben Ilse und Werner 220 Stempelstellen im Harz erwandert, dann war es geschafft: Beide wurden Wanderkaiser! Jüngst pflanzten sie mit ihren Enkeln eine Eiche an der Teufelsmauser mit eigenem Hinweis-Schild. Der Baum war ein Geschenk ihrer begeisterten Enkel. Am kommenden Sonntag feiern Ilse und Werner Klauke ihr großes Fest zuerst in der St.-Martini-Kirche und dann in einer Rhüdener Gastwirtschaft.JK

Rhüden

Rhüdener Rocknacht am 2. Juni mit „WildSide“

Sauber gemacht!