Viele Highlights bei den Pfeilen

Fernsehen, Sportschau und Deutsche Meisterschaften – 2018 hatte für den RKV „Pfeil“ Rhüden viel zu bieten

Rhüden. Viele Höhepunkte hatte das vergangene Jahr für den Rad- und Kraftfahrerverein (RKV) „Pfeil“ Rhüden. Sportliche, aber auch rund um das Kunstradfahren herum hatte 2018 viel zu bieten, das wurde während der Jahreshauptversammlung des nun 117 Jahre alten Vereins deutlich. Sogar ins Fernsehen schafften es die Pfeile.

Denn im Frühjahr bekam der Vorsitzende Andreas Lohrey einen Anruf von RTL Nord. Für das Regionalprogramm stellen die Fernsehleute regelmäßig Vereine mit ungewöhnlichen Sportarten oder anderen Tätigkeiten vor. Und so kam an einem Trainingstag ein Team von RTL in die Rhüdener Sporthalle, filmte und interviewte die Sportler (der „Beobachter“ berichtete). Insgesamt vier Stunden lang waren die Fernsehleute vor Ort, am Ende kam ein rund zweieinhalbminütiger Kurzfilm dabei heraus „Ich habe mir sagen lassen, dass das normal ist“, so Lohrey. Sportleiter Torsten Eggerling hob hervor, dass es schon anstrengend gewesen sei, aber das Ergebnis könne sich durchaus sehen lassen. Der Film ist übrigens in der RTL-Mediathek noch zu sehen, der Verein hat ihn ebenfalls für sich gespeichert.

Der Kreissporttag fand im vergangenen Jahr in Kirchberg statt. Enttäuschend  sei gewesen, so der Vorsitzende, dass lediglich 26 Vereine aus dem gesamten Landkreis daran teilgenommen hätten. Ebenfalls unbefriedigend verlaufe die Wahl zu den Sportlern des Jahres der Stadt Seesen. Viele Vereine nähmen nicht daran teil. „Wir melden unsere Besten“, sagte dazu Eggerling. Er hatte sich bei einer Sitzung des zuständigen Stadtsportringes (SSR) darüber auch beklagt. Künftig will der SSR nicht nur die Vorschläge der Vereine aufnehmen, sondern auch selbst aktiv, zum Beispiel in Zeitungsberichten, nach potenziellen Kandidaten suchen. Der „Pfeil“ konnte sich über eine Auszeichnung freien. Pia Fricke wurde im Rahmen des Neujahrsempfanges der Stadt als „Jugendsportlerin des Jahres“ ausgezeichnet (der „Beobachter“ berichtete).

Sportleiter Eggerling hatte den längsten Bericht. Das zeigt, dass die „Pfeile“ sportlich weiterhin sehr erfolgreich sind. Von derzeit 18 Niedersachsen im D-Förderkader kommt genau die Hälfte aus Rhüden. Aufgrund seiner guten Leistungen im vergangenen Jahr wurde Till Eggerling für 2019 sogar in den Bundeskader aufgenommen. In Niedersachsen ist der RKV derzeit weiterhin klar die Nummer 1. Zum elften Mal in Folge gewann er den Landespokal. Und auch bei den Meisterschaften schnitten die Rhüdener gut ab. 20 Starter waren bei der Bezirksmeisterschaft in Rhüden mit dabei, sieben schafften den Sprung zur Landesmeisterschaft. Dort gab es zwei Titel. Bei den Junior Masters qualifizierten sich Till Eggerling sowie die Vierer-Jugendmannschaft mit Sjard Fehlig, Tjark Eggerling, Melissa Bierwirth und Pia Fricke für die deutschen Meisterschaften. Dort gelang ein 13. (Eggerling) sowie ein 9. Platz (Mannschaft).

Selbst richtete der „Pfeil“ Rhüden wieder den Heinrich-Schünemann-Gedächtnispokal aus. Ein besonderes Highlight war auch die, aufgrund des Hochwassers 2017, um ein Jahr verschobene Sportschau zum 115-jährigen Bestehens des Vereins. Auch Zahlen nannte Eggerling während seines Berichtes. So habe man in 2018 an 106 Tagen insgesamt 371 Stunden Training durchgeführt. „Wir haben ein breit aufgestelltes Trainerteam. Das ist schon eine gute Sache“, so der Sportleiter. Er ging auch näher auf den Ablauf des Trainings ein und erklärte den Anwesenden, wie sich die individuellen Trainingspläne für die einzelnen Sportler zusammensetzen. Dank mehrerer Spenden konnte der Verein im vergangenen Jahr neue Trikots für die Sportler sowie drei neue Räder anschaffen.
Doch der RKV besteht nicht nur aus Kunstradfahren. Auch das wurde während der Versammlung deutlich. Auch der Breitensport nimmt eine große Rolle ein.

Davon berichteten Jugendwartin Annika Weßling und die Freizeit- und Breitensportleiterin Linn Eggerling. Ob Wanderungen, eine Motorradtour, Kegelabende oder eine kleine Boßelgruppe, für fast jeden Geschmack ist etwas dabei. Die Jugend war im vergangenen Jahr unter anderem im Zoo, in einem Hochseilgarten oder einem Escape Room. Zur Weihnachtszeit wurden Kekse gebacken.

In seinem Grußwort gratulierte Rhüdens Ortsbürgermeister Frank Hencken, selbst Mitglied des Vereins, den erfolgreichen Sportlern und insbesondere Pia Fricke zur Wahl als Jugendsportlerin des Jahres. Auch er wünsche sich, dass die Sportlerwahlen wieder mehr in den Vordergrund gerückt werden und sich mehr Vereine daran beteiligen. Eine Sportlerin konnte beispielsweise gar nicht gewählt werden, da es keine Vorschläge gab. Hencken verwies darauf, dass sich der Sport in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten verändert habe. „Wie soll der Sport in Zukunft gefördert werden? Dafür müssen wir ein Sportförderkonzept erstellen, bei dem sich die Vereine aktiv einbringen sollen“, verwies er auf die anstehenden Sitzungen. Sein großer Dank ging an die Ehrenamtlichen, die die Vereinsarbeit weiterhin aufrechterhalten.

Der „Pfeil“ Rhüden hat derzeit genau 130 Mitglieder und damit genauso viele wie ein Jahr zuvor. Am 24. Februar steht die Bezirksmeisterschaft der Kunstradfahrer an. Das 3. Landespokalfahren wird am 22. September in Seesen ausgetragen.dh

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