Zwei Fahrzeuge voll mit Hilfsmitteln

Seesener spenden enorme Mengen für die Menschen im Hochwassergebiet in der Eifel

Das Testmobil und ein weiterer Transporter vollgepackt mit Hilfsmitteln wurden aus Rhüden nach Gemünd gebracht.
Im kirchlichen Gemeindehaus, vor kurzem noch unter Wasser, wurden die Kisten gelagert und schnell an die Bevölkerung verteilt.

Rhüden/Gemünd. Als die Unwetter- und Hochwasserkatastrophe kam und binnen weniger Stunden ganze Existenzen vernichtete und bedauerlicherweise viele Menschenleben gekostet hat, beschloss das PMH-Team aus Seesen sofort zu helfen. Am 17. Juli gab es den Aufruf zur Spendenaktion mit Schwerpunkt für Kinder. Schon einen Tag später wurden zahlreiche Sachspenden in den ehemaligen Kindergarten Rhüden gebracht. Darunter waren Baby-, Kinder- und Erwachsenenkleidung, Spielzeuge, Kinderwagen, Nahrungsmittel, Schuhe und Elektrogeräte. Auch in der PMH-Teststation Osterode und vom Autohaus Wentorf und Schenkhut kamen etliche Sachspenden.

Sämtliche Bekleidungsstücke wurden nach Größen sortiert, verpackt und zirka 500 Paar Schuhe paarweise gebunden. Die Spielzeuge wurden alle gesichtet, kontrolliert und nach Altersgruppen sortiert, genauso Babynahrung, Windeln und Bekleidung. Sämtliche Kartons und Säcke wurden sorgfältig beschriftet um die Ausgabe im Krisengebiet zu erleichtern.

Tags darauf brachte eine Braunschweiger Gruppe einen Kleintransporter voll mit neu gekauften Baby-Utensilien. Der hiesige CDU-Bundestagskandidat Holger Bormann spendete zehn dringend benötigte Schaufeln für die Helfer im Krisengebiet. Anschließend wurde das Corona-Testmobil, ein 3,5-Tonnen-Lkw, und ein kostenlos vom Autohauses Wentorf und Schenkhut zur Verfügung gestellter T6-Transporter voll beladen. Carsten Aßmann (PMH und Initiator), Jürgen Hoffmeister sowie Patrick Billep (Junge Union Seesen) und David Heinrichs machen sich um am vergangenen Sonnabend frühmorgens auf den Weg in Richtung Eifel.

Carsten Brieske hatte sich bereit erklärt, für die vier den Reiseproviant zur Verfügung zu stellen. Und das war auch gut so, denn „vor Ort gab es wirklich nichts zu kaufen“, berichten die vier Seesener. Alle Lebensmittelgeschäfte, Bäckereien, Schlachtereien, Apotheken und ähnliche Geschäfte. sind derzeit nicht mehr existent und müssen nach derzeitigen Erkenntnissen völlig neu gebaut werden.

Dank der Unterstützung durch die ehemalige Seesenerin Carmen Höckels, geborene Ebeling, die im Krisengebiet wohnt, erreichten die vier aus der Sehusastadt um die Mittagszeit den verwüsteten Ort Gemünd in der Eifel. „Dort wurden wir mit Freude empfangen und konnten unsere sortierten Spenden im Pfarrhaus, das noch Tage zuvor vom Hochwasser heimgesucht war, unterbringen“.

In Gesprächen und einem kurzen Gang durch die verwüsteten Häuserreihen, konnten sich die Seesener ein Bild machen. Fazit: Die Fotos und Videos im Internet oder Fernsehen geben nicht die grausame Realität, wie das bloße Auge vor Ort, wider. Bedrückt, gerührt, traurig und stolz zugleich, machten sich die Seesener wieder auf den Heimweg. Ankunft in Rhüden war nach einem sehr anstrengenden Tag um 20.30 Uhr.

Carsten Aßmann und Patrick Billep sind sich trotz der Anstrengungen der letzten Tage sofort einig, dass PMH und die Junge Union diese Hilfe gerne weiter anbieten. „Die Bilder vor Ort waren sehr bewegend, da wollen wir weiter machen und unseren Beitrag leisten“, so Billep. Es befinden sich noch etliche Bekleidungsstücke für Erwachsene in der Teststation, die aufgrund der Ladekapazität noch nicht mitgenommen werden konnten.

Nach erneuter sorgfältiger Sortierung startet in Kürze die nächste Tour von Rhüden in die Eifel. „Wir finden es schade, dass aus der lokalen Politik lediglich die JU Seesen Hilfe angeboten und die Initiatoren tatkräftig unterstützt hat“, so die Helfer der Aktion abschließend. „Wir freuen uns auf jede weitere Unterstützung“, betont Aßmann, der sobald sich die Lage überschaubarer entwickelt hat, erneut eine Tour organisieren wird.red/dh