Haus der Begegnung und Bildung

Gelungener Tag der offenen Tür in den Räumen der ehemaligen Ildehäuser Schule

Heimatvereins-Vorsitzender Dieter Kruse konnte viele Gäste begrüßen.

Ildehausen. „Der Tag der offenen Tür“ in den renovierten Räumlichkeiten der einstigen Ildehäuser Schule war lange im Vorfeld geplant, denn der Terminplan war eng. Im Vorfeld fieberten die Verantwortlichen diesem Tag entgegen, denn niemand wusste, wie dieser Tag von den Bürgern angenommen werden würde. Dieter Kruse begrüßte als Vorsitzender des Heimatvereins im Namen der anderen Vereine und Organisationen die zahlreich erschienenen Gäste, besonders Bürgermeister Erik Homann, den ehemaligen Landtagsabgeordneten Rudolf Götz, Norbert Stephan als Seesens 2. stellvertretenden Bürgermeister, Ortsbürgermeister Ralf Kleinfeld, von der Harzenergie Frank Uhlenhaut sowie Museumsleiter Dirk Stroschein aus Seesen.

Dieter Kruse schilderte den Werdegang der Bauphase im Einzelnen – die thermischen Maßnahmen wie Wärmedämmung innen und außen, Erneuerungen der Wasser- und Stromversorgung sowie Erhalt der historischen Vorderansicht des 1859 erbauten Gebäudes. Viel Eigenleistung war gefragt, um das Gebäude und die ehemalige Lehrerwohnung in den jetzigen Zustand zu versetzen. „Es war ein Haus der Bildung und es soll auch weiterhin als solches dienen,“ erklärte Dieter Kruse. Der Heimatverein habe zwei Räume für die Archivierung der alten, sehr gut erhaltenen Akten; zum Teil aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Ferner habe der Ortsrat einen Raum, der Gesangverein für zahlreiche Trophäen und der Kindergarten ein Büro und einen Versammlungsraum. Kruse verwies auf den sehr aktiven Maler Walter Rohloff, von dem zahlreiche Bilder im Gebäude hängen, zeigte auf das 1958 entstandene Wandbild der Weinlese an der Außenwand und die Überraschung im Keller. Auch hier waren Malereien an den Wänden. Dieter Kruse dankte der Stadt Seesen, besonders in Person von Dirk Tünnermann, für die gute Zusammenarbeit, den vielen Helfern sowie Bernd Dittrich und Friedrich Borchert für die umfangreichen Unterstützungen während der Renovierung.

Bürgermeister Erik Homann gratulierte und dankte dem Heimatverein und dem Dorf für das, was hier geschaffen wurde. „Es ist wichtig in einer schnelllebigen Zeit der Globalisierung und der Digitalisierung Heimat zu pflegen und zu erhalten“, sagte Homann. Er dankte allen Ehrenamtlichen und zeigte sich sicher, dass Alt und Jung hier ein Zuhause finden werden. Bernd Müller erzählte noch kurz Anekdoten aus der Zeit des Weinkellers, in dem die Väter mit Lehrer Walter Rohloff „hohe“ Dorfpolitik machten.

Anschließend führte Dieter Kruse durch das Haus. Erläuterungen zu Bildern von Walter Rohloff fehlten nicht. Dokumente über den großen Brand im Februar 1903, bei dem 15 Gehöfte brannten und 30 Familien obdachlos wurden, eine Wandkarte des Altkreises Bad Gandersheim von etwa 1920 zogen die Besucher in den Bann. Staunen und ehrfürchtiges Interesse dann in den Räumen des Heimatvereins mit Blick auf die alten Dokumente, Steuerbücher von 1750. Genau archiviert sind die Akten, und Bücher in Kartons in den Regalen gesichert. Selbst die Jüngsten nahmen wissbegierig Schönschreibhefte von 1830 in „Altdeutscher Schrift“ in Augenschein und zeigen auch für andere Sachen Interesse. Eine Schiefertafel, ein Stundenplan von 1830 und ein Ranzen aus vergangener Zeit gehören zu den Schulutensilien.

Der Gesangverein demonstrierte mit Bildern, Pokalen und Urkunden in seinem Raum seine Mitgestaltung an zahlreichen Ereignissen in der über 150-jährigen Vereinsgeschichte. Der ganze Stolz ist die „Zelter-Plakette“, vom Bundespräsidenten persönlich verliehen.

Im Ortsratsraum stellte Wolfgang Heller Gesteine aus. Eine geologische Karte um 1900 zeigte, wo welche Steine im Umkreis von Ildehausen vorkommen. Exemplarisch und beschrieben als Mauerbruchstein, Bodenplatten und Wellenkalk wurden diese in Quadern abgebaut und fanden ihre Verwendung. Um Ildehausen selbst befanden sich noch zwei Kiesgruben und eine Lehmkuhle.

Der Kindergarten präsentierte überschaubar sein Besprechungszimmer und das neue Büro mit den abschließbaren Aktenschränken. Eine kleine Küchenecke findet ebenfalls ihre Verwendung.

Im Gemeinderaum gab es Kaffee und selbstgebackene Torten zur Stärkung der Besucher. Besonderes Interesse fand der Weinkeller im hinteren Gebäude mit der Tür und Glasmalerei, den vielen Wein-Etiketten an der Wand und den Wandbildern.

Am späten Nachmittag nahmen Museumsleiter Dirk Stroschein und SPD-Fraktionsvorsitzende Andrea Melone die Räumlichkeiten in Augenschein. Fleißig tauschten sich hier Dirk Stroschein mit Dieter Kruse auf fachlicher Basis aus. Am Abend waren alle Beteiligten zufrieden mit dem Tag und dem Interesse zahlreicher Bürger an dem Haus der Vereine, dem Haus der Bildung, das so gut angenommen wurde.sip

Seesen

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