Horst Schiller repräsentiert Seesen und den Harz beim Bundespräsidenten in Berlin

122 Mitglieder des Deutschen Trachtenverbandes waren eingeladen und das auch einem besonderen Anlass

Horst Schiller, 1. Vorsitzender des Harzklub-Zweigvereins Seesen (links), besuchte im Vorfeld mit den Vertretern der Landestrachtenverbände Niedersachsen und Schleswig-Holstein die offizielle Vertretung des Landes Niedersachsen in Berlin.

Seesen/Berlin. Bereits unzählige Male klang es aus den Mündern der „Fröhlichen Harzgebirgler“ des Harzklub-Zweigverein Seesen: „Stolz tragen wir die Harzer Tracht“. An sich nichts ungewöhnliches, doch Ort des Geschehens war das Schloss Bellevue in Berlin, bekanntlich ja der Sitz des Bundespräsidenten. Zum Anlass des 90-jährigen Jubiläums des Trachtenvereins lud nun der Bundespräsident Frank Walter Steinmeier 122 Mitglieder des Deutschen Trachtenverbandes ins Schloss Bellevue nach Berlin ein. Unter Ihnen, als Vertreter des Harzes und des Landestrachtenverbandes Niedersachsen, auch Horst Schiller vom Harzklub Seesen.

Und das Trachten nicht nur im süddeutschen Raum populär sind, erkannte beriets im Jahr 1978 Horst Schiller, 1. Vorsitzender des Vereins. Mit dem Harzklub Seesen hob er somit als Gründungsmitglied den Landestrachtenverband Niedersachsen aus der Taufe. Für sein ehrenamtliches Engagement erhielt er bereits in diesem Jahr die „Goldene Ehrennadel mit Lorbeerkranz“.

Im Jahr 1929 gründeten Landesverbände außerhalb Bayerns den Reichsverband deutscher Heimat- und Volkstrachtenvereine, den die Nationalsozialisten 1936 verboten und der sich 1948 in den westlichen Zonen Deutschlands neugründete. Mit dem 1. Gesamtdeutschen Bundestrachtenfest 1994 formte sich der heute bestehende Deutsche Trachtenverband mit mehr als einer Million Mitglieder, darunter 100.000 Kinder und Jugendliche. Dieser Bundesverband repräsentiert einen starken Querschnitt der engagierten Bürgerschaft, die sich für den Erhalt von Tradition, Brauch und Trachten einsetzt, die Heimatpflege als Quelle ihrer erfolgreichen Arbeit sehen und denen Heimat nicht nur ein Schlagwort ist.

Jetzt folgte das 90-jährige Jubiläum in Berlin

Im Vorfeld stand eine Führung im Deutschen Bundestag inklusive Kuppelbesuch auf dem Programm. Nach einem gemeinsamen Abendessen mit den Vertretern der Landestrachtenverbände Niedersachsen und Schleswig-Holstein ging es dann am nächsten Tag zur offiziellen Vertretung des Landes Niedersachsen beim Bund. Ebenso stand noch ein kurzer Besuch des Holocoust- Denkmals auf der Tagesordnung, bevor man dann am Nachmittag mit dem eigentlichen Programm im Schloss Bellevue startete.

Wenn 122 Frauen, Männer, Kinder und Jugendliche in ihren Trachten durch die Metropole Berlins ziehen, dann erregen sie Aufsehen und somit würdigte auch der Bundespräsident Steinmeier das bürgerliche Engagement aller Mitglieder im Ehrenamt sowie ihren Einsatz in der Pflege von Tradition, Tracht und Brauchtum.

Mit einem vielseitigen Programm, vom Alphornblasen, über eine Tanzfolge, der Dudelsackmelodie und Gedichten und Gesang in Plattdeutsch, gaben alle Trachtler in den zwei Stunden einen Querschnitt aus der Vielseitigkeit der Traditionen zum Besten. Im Anschluss hatte jeder die Gelegenheit sich mit dem Bundespräsidenten zu unterhalten und auch das ein oder andere Erinnerungsfoto abzustauben. Beeindruckt hatte die Geehrten, dass der Bundespräsident jedem einzelnen Trachtler die Hand geschüttelt hatte und auch beim gemeinsamen Abschlusslied „Wenn alle Brünnlein fließen“ lautstark den bunten Chor unterstützte. Dieser besondere Tag wird allen Beteiligten in sehr guter Erinnerung bleiben.red