Welches Instrument spielt man auch mit dem Kinn?

Internationales Musikfest Goslar-Harz: Schulprojekt Klassik im Klassenzimmer am Jacobson-Gymnasium

Auf lockere und heitere Weise stellte Berufsmusiker Nemanja Lukic den Gymnasiasten sein Instrument vor und spielte darauf einige Stücke für sie.

Seesen. Frage: Welches Instrument spielt man unter anderem mit dem Kinn? Antwort: Das Akkordeon. Hätten Sie es gewusst? Die Schüler zweier 7. Klassen des Jacobson-Gymnasiums kennen seit kurzer Zeit die Antwort ganz sicher. Sie erhielten nämlich Besuch von Nemanja Lukic, der brachte sein Akkordeon mit und zeigte ihnen, dass das Kinn für das schnelle „Umregistrieren“ wichtig ist.

Dieser Besuch fand im Rahmen des Schulprojektes „Klassik im Klassenzimmer“ statt, welches zum Internationalen Musikfest Goslar-Harz gehört. Auf lockere und heitere Weise stellte der Berufsmusiker den Gymnasiasten sein Instrument vor und spielte darauf einige Stücke für sie.

Zwischen den Stücken beantwortet Lukic die Fragen der Schüler. Diese gingen einerseits eher in Richtung statistische Erhebung: Wieviel wiegt das Akkordeon? (15 Kilogramm). Wie teuer ist es? (circa 23.000 Euro) Wie viele Konzerte spielt Lukic in der Woche? (im Durchschnitt zwei) usw..

Aber es gab auch ganz zielgerichtete musikalische Nachfragen nach Grifftechniken, Notenwerten und dem Unterschied zwischen Tasten- und Knopfakkordeon, die verrieten, dass einige JGS-Schüler bereits auch über ein umfangreiches musikalisches Wissen verfügen.

Die Frage, wie lange es dauert, das Akkordeonspielen zu erlernen, beantworte Lukic, indem er ein Mädchen sein Akkordeon übergab und ihm innerhalb von wenigen Minuten das bekannte Kinderlied „Bruder Jakob“ beibrachte. Mit weiteren Fragen entlockten die Schüler dem Gast, dass er mit sieben Jahren auf dem Instrument der Nachbarin begonnen hatte Akkordeon zu spielen und dass ihn sein Instrument, nachdem er mit dem Akkordeon auf dem Rücken auf einem frisch gewischten Boden ausgerutscht war, vor schlimmeren Verletzungen bewahrte, weil es die Wucht des Sturzes auffing.

Bemerkenswert war Lukic` Antwort auf die Frage nach seinem größten Erfolg. Anders als vielleicht zu vermuten war, macht er Erfolg nämlich nicht an der Größe des Publikums fest, vor dem er spielt, sondern ob er sich gut fühlt bei dem, was er tut. Und dann könne auch ein Besuch bei einer Klasse durchaus ein echter Erfolg sein, auch wenn dort nur knapp 30 Zuhörer anwesend sind.

Dem Besuch von Nemanja Lukic folgte letzte Woche der Besuch des Duos Witold Furmanowicz (Fagott) und Gintaras Janusevicius (Klavier) in zwei 5. Klassen des JGS. Die beiden waren damit bereits schon zum zweiten Mal nach 2016 zu Gast am Jacobson-Gymnasium. Neben den obligatorischen Zahlen, wie zum Beispiel 27.000 Euro (Preis des Fagotts), erfuhren die Schüler vor allem, dass ein guter Fagottspieler neben einigem musikalischen Talent auch weitere Fertigkeiten besitzen muss.

Zum einen muss er ein guter Handwerker sein. Witold Furmanowicz erklärte den Fünftklässlern, dass ein Fagottspieler, der etwas auf sich hält, das Mundstück für sein Instrument selber aus Bambusrohr herstellt. Außerdem muss man, um das Fagott gut spielen zu können, über eine große Lungenkapazität ähnlich der eines Ausdauersportlers verfügen.

Letzteres demonstrierte der Berufsmusiker den Schülern, indem er sie im „Dauerpusten“ besiegte. Zum Abschluss wurde noch gemeinsam musiziert. Die beiden Gäste spielten auf ihren Instrumenten und die Fünftklässler klatschten den Rhythmus eines alten englischen Tanzes, der dem des bekannten Queen-Klassikers „We Will Rock You“ trotz mehrerer Jahrhunderte Abstand zum Verwechseln ähnlich klang.kür

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