Jugendliche stellen ihr eigenes Akustikinstrument her

Cajon-Workshop gibt Seesener Schülern vielfältige Einblicke in die Welt der Rhythmusinstrumente

Ulrich Matthey (links) stand den Schülern beim Bau ihrer Cajons mit Rat und Tat zur Seite.

Seesen. Schrauben, nageln, leimen – das hieß es am vergangenen Sonnabend für die jungen Teilnehmer des Cajon-Workshops in der Jugendfreizeitstätte Seesen. Von Freitag bis Sonntag hatten die Jugendlichen die Möglichkeit, sich einmal selbst ein spezielles Instrument – ein sogenanntes Cajon – zu bauen, den Umgang damit zu erlernen und es anschließend mit nach Hause nehmen zu dürfen.

„Wir haben insgesamt zwölf Teilnehmer“, berichtete Gesa Beulshausen aus der Jugendfreizeitstätte Seesen. „Damit ist die Kapazität unserer Werkstatt auch gleichzeitig ausgefüllt“, fügt sie erfreut über die rege Beteiligung hinzu.

Das Projekt wurde Anfang des Jahres vom Goslarer Music Scene, kurz GMS, in der Kaiserstadt Goslar ins Leben gerufen und ist nun unter Anleitung und Aufsicht der Vereinsmitglieder Sven Kersten und Ulrich Matthey auch nach Seesen gelangt.

Der Verein wurde im Jahr 2003 mit dem Ziel gegründet, Konzerte und Veranstaltungen jeglicher Musikrichtung in der Umgebung zu organisieren und damit regionalen Musikern eine Plattform zu geben, auf der sie sich präsentieren können. Seine Mitglieder bestehen hauptsächlich aus Anhängern der Musikszene und Musikfans.

Über Giovanni Graziano, ebenfalls Betreuer in der Jugendfreizeitstätte habe das Projekt des Cajon-Workshops hier in Seesen stattfinden können. Graziano, der selbst Mitglied des GMS und dort zudem lange Zeit Vereinsvorsitzender gewesen ist, wurde auf das Projekt aufmerksam und kam so auf die Idee, seine Vereinskollegen mit dem Cajon-Workshop einmal nach Seesen zu holen.

„Wir wollen den Jugendlichen damit den Einstieg in die Rhythmusinstrumente geben. Gleichzeitig können sie dabei ihre handwerklichen Fähigkeiten ausbauen, indem sie die vorgefertigten Bausätze für das Cajon zusammenfügen“, erklärt Ulrich Matthey vom GMS. Die Bausätze stammen von dem bekannten Hersteller „Schlagwerk“, der auf die Produktion von Cajons spezialisiert sei.

Doch was genau dieses Cajon eigentlich, das auf den ersten Blick aussieht, wie eine einfache Holzkiste?

„Das Cajon vereint alle Elemente eines Schlagzeugs“, erläutert Matthey. Seinen Ursprung hat das Instrument in Südamerika. Damals haben die Menschen noch auf einfachen Tee- oder Zigarrenkisten getrommelt. Später dann wurde eben dies ausgeweitet, sodass bis heute ein außergewöhnliches Akustikinstrument daraus entstanden ist.

Je nachdem, ob beispielsweise mit der flachen Hand oder nur mit dem Handballen darauf geschlagen wird, lassen sich die unterschiedlichsten Klangvariationen erzeugen. Außerdem sei das Cajon laut Matthey sehr einfach in der Handhabung, dadurch dass es im Gegensatz zu einem Schlagzeug tragbar und platzsparend sei.

Die Cajons, die die jungen Seesener am gegenwärtigen Wochenende herstellten, haben aber noch eine Besonderheit. Sie wurden kostenlos von der Goslarer Design-Firma „Drum Candy“ bedruckt. Neben dem Drucken von Stickern und Folien werden von „Drum Candy“ vor allem Bassdrumfelle für Bands und Drummer bedruckt.

Firmeninhaber Kai Kleinewig ist Partner des Goslarer Music Scene und unterstützt überdies diverse musikalische Projekte an Schulen oder auch in Jugendorganisationen. Mit dem Bedruck haben die Cajons für die jungen Seesener noch einmal einen ganz eigenen Stil erhalten.

von Carina Riedkered