K:O:A fällt dem Unwetter zum Opfer

Nach sintflutartigen Regenfällen und einem Technikausfall musste das Festivalgelände evakuiert werden

Wenige Minuten nachdem der heftige Regen einsetzte, war das Freigelände nahezu menschenleer. Gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr evakuierte der TSE aus Sicherheitsgründen das Areal.

Kirchberg. Ein Unwetter machte am Sonnabend dem Kirchberger Open Air einen gehörigen Strich durch die Rechnung. Anstatt Festival-Atmosphäre, Musik und Party musste das Gelände mit Beginn des heftig einsetzenden Unwetters sogar evakuiert werden. Noch am Nachmittag hatte das Open-Air-Team um den Vorsitzenden des TSE Kirchberg, Marcus Hölscher, darauf gehofft, dass das angekündigte Tief Kirchberg verschonen möge. Das Gegenteil war am Ende der Fall. Die gute Nachricht vorweg: Es gab keine Verletzten.

Nach und nach strömten die Gäste am späten Nachmittag auf das bestens präparierte Festivalgelände am Sportplatz. Der Höhepunkt einer langen Sportwoche solle da noch bevorstehen. Starvin Millionaire als Auftaktband heizte dem Publikum ein und alles war angerichtet für einen tollen Konzertabend mit den General Daniel und der Cover-Band MerQury unter freiem Himmel. Erst am Tag vor dem Konzert war mitgeteilt worden, dass die Veranstalter ausverkauft waren, mithin alle 1200 Karten vergriffen waren. Wieder einmal ein Zeichen, dass die Vorfreude riesengroß war.

Dann aber zogen am frühen Abend die Gewitterwolken auf und es öffneten sich schließlich die Schleusen. Dicke Hagelkörner und peitschender Regen gingen über dem ganzen Vorharz nieder, das Festival-Gelände war maximal betroffen. Die Besucher suchten so gut es ging Zuflucht unter dem Vordach und Unterständen.

Als dann auch noch die Technik versagte und der Strom komplett ausfiel, mussten die Organisatoren handeln. Das Festivalgelände wurde  von der Feuerwehr sowie der Security vorsorglich evakuiert, „es hätte Lebensgefahr bestanden” berichtete Marcus Hölscher später am Abend, als sich der Sturm endlich gelegt hatte. Die einzig richtige Entscheidung, denn ein derartiges Risiko einzugehen, wäre viel zu leichtsinnig gewesen. Das war eigentlich auch sofort allen Besuchern klar.

Damit aber war schließlich das Aus des K:O:A 2019 besiegelt. Schade, schade!  Wer bis dato noch nicht in Kirchberg angekommen war, wurde über WhattsApp und über die facebook-Seiten des Veranstalters sowie des Seesener„Beobachter” über den kompletten Ausfall des Musik-Spektaktels umgehend informiert. Diejenigen, die bereits da waren, und teils klitschnass geworden waren, trollten sich in ihren nassen Sachen vom Festareal, um schließlich nach Alternativ-Beschäftigung für den Samstagabend zu suchen. Das Konzert jedenfalls war gelaufen.

Nicht ganz wohlgemerkt, denn nachdem sich das Unwetter dann gelegt hatte, entschloss sich die Band Merqury ein kleines Mini-Konzert für diejenigen zu geben, die zum erweiterterten Kreis des Organisations-Komitees gehörten. Auch die General Daniel gaben noch einige Lieder zum Besten.

Und so scharten sich unter dem Vordach auf dem TSE-Gelände nach und nach die Verbliebenen eines Konzert-Abends, der auch in die langjährige Geschichte des K:O:A eingeht. Allerdings auf eine Art und Weise, auf die Besucher, Bands und Organisatoren sicherlich allzu gern verzichtet hätten. „Wir haben das Beste draus gemacht”, resümierte TSE-Vorsitzender Hölscher zu später Stunde einen etwas versöhnlichen und emotionalen Abschluss. Hölscher zeigte sich  zudem stolz auf die Dorfgemeinschaft in Kirchberg.

Gestern dann wurde das Ausmaß des Unwetters deutlich. Einige der aufgestellten Zelte waren stark in Mitleidenschaft gezogen, das Gestänge komplett verbogen, Zeltplanen gerissen.

Übrigens: Eine Rückerstattung des Eintrittsgeldes gibt es nicht. Eine Wiederholung des Konzertes ist in diesem Sommer ebenfalls nicht möglich. „Nein, das geht nicht, das K:O:A ist einmalig, einen Ersatztermin kann es nicht geben”, so Marcus Hölscher am Sonntag gegenüber dem „Beobachter”. Stattdessen blicken die Organisatoren trotz des Ausfall-Schocks schon auf das Jahr 2020, wenn dann das 30. Open Air hoffentlich trocken über die Bühen gehen wird.uk

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