Neugebaute Verkehrsinseln müssen wieder weg

Straßenmeisterei gesteht Probleme auf dem Seesener Autobahnzubringer ein / Fertigstellung verschiebt sich

Mittlerweile ein gewohntes Bild auf dem Seesener Autobahnzubringer. Zumindest von Seesen bis zur Anschlussstelle sollen Ende der Woche die Warnbaken abgebaut und die Strecke freigegeben werden.

Seesen. Man schreibt inzwischen Anfang Mai, nach wie vor stehen die Warnbaken auf dem Seesener Autobahnzubringer zwischen Seesen und der Schlackenmühle. Und die Fragen der Autofahrer werden lauter: Wann, ja wann wird der Autobahnzubringer endlich fertig? Ende März hatte Günter Hartkens, Leiter des Goslarer Geschäftsbereiches der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, auf „Beobachter“-Anfrage Probleme auf der Baustelle grundsätzlich dementiert. „Alles ist in Ordnung, wir liegen im Zeitplan”, hieß es seinerzeit.

Doch jetzt gestand Frank Rüffer, Leiter der Straßenmeisterei Seesen, doch ein, dass es Probleme mit dem „Zubringer” gibt. Dem nicht genug, die neugebauten Verkehrsinseln müssen wieder abgerissen werden, denn das geplante System funktioniert nicht. Genau von diesen Problemen hatte der „Beobachter” gehört und seinerzeit zu hören bekommen, dass alles in Odnung sei.

Wie kann das sein? Umfangreiche Planungen hatten  die Verantwortlichen bei der Sanierung des vier Kilometer langen Streckenabschnitts im Vorfeld vorgenommen. Die „Vorgängermodelle” der Betonleitwand waren über die Jahre porös geworden, eingebaut wurden diese bereits im Jahr 2001 – und so mussten Neue her.

Dabei wurden die „schlankeren Varianten” mit jeweils zwei Löchern zur Entwässerung eingebaut, jedes Teil hat ein Gesamtgewicht von insgesamt 3,3 Tonnen. „Wir haben genau das Modell gewählt, um vor allem die vier Fahrspuren auf der Bundesstraße weiter gewährleisten zu können“, erklärte Frank Rüffer vor Ort.

Ende März mussten Arbeiter dann zusätzlich die gut 2.000 Löcher verfüllen,  um die Standfestigkeit und den Ablauf des Wassers auf der Bundesstraße zu gewährleisten. „Die Entwässerung können wir jetzt garantieren, alle Löcher sind verfüllt“, so der Straßenmeisterei-Leiter auf Anfrage. Voraussichtlich gegen Ende der Woche sollen die Warnbaken bis zur Anschlusstelle Seesen verschwinden.

Probleme bereitet ein anderer Umstand: Die geplante Verbindung zwischen Betonleitwand und der Verkehrsinsel, auf welcher die sogenannten Anpralldämpfer stehen, gibt es schlichtweg nicht. Deutschlandweit sei zwar ein System auf dem Markt, jedoch erfülle dieses laut Frank Rüffer nicht die Sicherheitsanforderungen einer Bundesstraße wie der B243. Bekanntlich sind hier am Tag pro Richtung gut 7.500 Fahrzeuge unterwegs. Kommt es zu einem Unfall,  mindern diese Anpralldämpfer, die punktuell vor Hindernissen auf oder neben der Fahrbahn installiert werden,  die Wucht des Aufpralls ab. Damit sie quasi die Wirkung auch erzielen, müssen diese Dämpfer mit der Betonleitwand verbunden werden.

So viel zur Theorie. Doch in der Praxis in Seesen ist das System so nicht umsetzbar. Denn die Verkehrsinseln, unter anderem an der A7-Abfahrt, sorgen dafür, dass die Anpralldämpfer zehn Zentimeter höher als die Betonleitwand stehen. Heißt, die Inseln müssen weg, stattdessen werden vier Elemente dazwischen gesetzt, darunter ein sogenanntes Crashterminal und ein Stahlanschluss vom Anpralldämpfer auf den Beton, um Betonleitwand und Anpralldämpfer an den vier Stellen zu verbinden. Die Fertigstellung zieht sich hin, denn die benötigten Teile müssen extra angefertigt werden. Denn das Stahlanschluss-Element gibt es nur für sechs Meter, vier werden in Seesen gebraucht.

„Für uns ist das auch unbefriedigend“, sagt Frank Rüffer. Die Arbeiten werden bei laufendem Verkehr ausgeführt.  Voraussichtlich bis Mitte Juni, nennt der Leiter nun vorsichtig den möglichen Termin der Fertigstellung.uk/syg

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