Polizei warnt vor Betrugsmasche in Seesen

Vermutlich falsche Spendensammler sind in der Sehusastadt unterwegs / Einen Vorfall gab es bereits am 18. Mai in Bad Harzburg

Mit solch einem Anschreiben versuchen die Betrüger vermeindliche Spenden zu sammeln.

Seesen. Die Betrüger sind sehr einfallsreich, um ihre Opfer um ihr Hab und Gut zu bringen. So geben sich einige als falsche Polizisten oder als vermeindlicher Enkel aus. Die Polizei Goslar warnte auf ihrer Facebookseite jetzt vor einer weiteren Betrugsmasche und richtet sich damit besonders an die Einwohner in der Stadt Seesen.

In der Nachricht der Polizei heißt es: „Es sind vermutlich falsche Spendensammler im Bereich Seesen unterwegs. Es wurde der Hinweis auf einen Pkw BMW mit HF-Kennzeichen gegeben“. Das Kennzeichen gehört zum Kreis Herford in Nordrhein-Westfalen. Laut Polizei ist es bislang zu keiner strafbaren Handlung gekommen. Jedoch werden die Bürger gebeten, wachsam zu bleiben. „Die mutmaßlichen Täter könnten außerdem eine körperliche Beeinträchtigung vortäuschen und mit Klemmbrettern oder ähnliches ablenken, um so auch Taschendiebstähle zu begehen“, heißt es dazu. Und dabei handelt es sich um eine der Polizei bekannten Masche.

Die gängigste Methode ist, Passanten auf der Straße oder in der Fußgängerzone anzusprechen. Aber auch Einkaufszentren und Supermärkte sind beliebte Orte. Die Klemmbrettbetrüger agieren meistens in kleinen Gruppen, einer hat meistens ein Klemmbrett dabei. Im aktuellen Fall zeigt die Polizei auf ihrer Facebookseite solch einen Zettel einer vermeindlichen Spendensammlung. Die Gruppe behauptet, für einen gemeinnützigen Zweck oder eine unbekannte Hilfsorganisation zu sammeln. Der Text besticht vor allem durch seine Rechtschreibfehler. Darin heißt es wortwörtlich: „Zertificat des Regianalen Verbundes Fur Taubstumme Und Korperlich Behinderte Personen Und Fur die Armen Kinder Wollen Wir Ein Internationales Zentrum Erschafffen (um Baulichen Anlagen zu Bauen)“. In diese Liste sollen dann die Unterschrift, die Postleitzahl, die Stadt und die Höhe der Spendensumme eingetragen werden. „In der Regel stehen schon zwei bis drei gefakte Eintragungen auf der Spendenliste, die den Anschein erwecken sollen, dass man nicht der Erste ist und stattdessen denkt, aha, da wird schon fleißig gespendet!“, erklärt Klaus Tigges vom Bochumer Kriminalkommissariat Kriminalprävention / Opferschutz.

Sobald ein Passant gefunden ist, der bereit ist zu spenden und seine Geldbörse aus der Tasche holt, wird er mit besagtem Klemmbrett abgelenkt, indem ihm das Formular erklärt oder er gebeten wird, seinen Namen auf die Liste zu schreiben. Diesen Moment der Ablenkung nutzt ein anderer Täter der Gruppe, um blitzschnell mehrere Geldscheine aus dem Portemonnaie des Opfers zu ziehen oder andere Wertgegenstände zu entwenden. Die Klemmbrett-Betrüger entscheiden spontan wie weit sie gehen, je nachdem, wie sich das Opfer verhält und ob die Gelegenheit günstig ist. „Manchmal geben sie sich mit der illegalen Spendensammlung zufrieden. Wenn es die Situation zulässt, kommt dann zusätzlich das Klemmbrett als Sichtschutz zum Einsatz, um an noch mehr Geld zu kommen“, erklärt der Kriminalhauptkommissar. Klemmbrett-Betrüger halten in der Fußgängerzone bevorzugt nach älteren Menschen Ausschau, die grundsätzlich als spendenwilliger gelten und oft leichter abzulenken sind – prinzipiell kann es aber jeden treffen.

Bereits am 18. Mai diesen Jahres kam es zu solch einem Klemmbrettbetrug in Bad Harzburg. Eine aufmerksame Bad Harzburgerin verständigte die Polizei, da ihr die drei Männer seltsam vorkamen. Die Hinweisgeberin sollte bis zum Eintreffen der Polizei den jeweiligen Standort der Personen mitteilen. Dies bemerkten sie scheinbar und verließen eiligst zu Fuß den Ort. Sie begaben sich zu einem hochmotorisierten in der Nähe abgestellten PKW mit Kennzeichen aus dem Bereich Siegen. Die Polizei nahm die Verfolgung auf und konnte den Wagen auf der B 6 in Höhe Oker anhalten und kontrollieren. Die drei männlichen Insassen im Alter von 16 bis 22 Jahren, aus dem Bereich Nordrhein-Westfalen führten mehrere Klemmbretter mit sich. Eine Überprüfung ergab, dass zwei von ihnen einschlägig im Bereich Betrug, Klemmbrettbetrug, vorbestraft sind. Die Klemmbretter wurden durch die einschreitenden Beamten sichergestellt.

Die Polizei bittet auch die Seesener aufgrund von Hinweisen aufmerksam zu sein. Wer verdächtige Beobachtungen macht, soll sich umgehend bei der Polizei unter (05381) 944-0 melden.syg

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