Rettungsgasse für Einsatzfahrzeuge freihalten
Verkehrswacht spendiert Aufkleber für Feuerwehrfahrzeuge im Stadtgebiet / Stadtbrandmeister findet auch sehr deutliche Worte
Seesen. „Ist es Egoismus, schlichtweg Dummheit oder Unfähigkeit? Diese Frage stelle ich mir immer wieder, wenn ich auf der Fahrt zu Rettungseinsätzen das Verhalten mancher Fahrzeuglenker insbesondere hinsichtlich der Rettungsgasse beobachte“, schildert Seesens Stadtbrandmeister Jürgen Warnecke mit deutlichen Worten seine Eindrücke und Erfahrungen der letzten Jahre. „Eine gefühlte Ewigkeit wird das Problem in sämtlichen Medien bundesweit erörtert und ab 2016 erfolgten Aktionen mit Spannbändern an Autobahnen. Ich habe den Eindruck, das lebensrettende Element einer Rettungsgasse ist bei dem einen oder anderen noch lange nicht ins Bewusstsein gedrungen. Vorausschauend fahren und Platz zum Vorausfahrenden entschärft derartige Situationen und dürfte doch nicht zu viel verlangt sein“, konstatiert auch Seesens Fachbereichsleiter Ordnung Uwe Zimmermann die Problematik.
Nach wie vor haben Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst das Problem, auf dem Weg zur Einsatzstelle freie Bahn zu bekommen.
Um diese Situation weiterhin zu verdeutlichen, stellt die Landesverkehrswacht Niedersachsen nun Aufkleber für die Heckscheiben von Einsatzfahrzeugen zur Verfügung. Dies nahm die hiesige Verkehrswacht mit ihrem Vorsitzenden Patrick Kriener zum Anlass, diese Aufkleber den Entscheidungsträgern bei der Stadt Seesen anzubieten.
Um es kurz zu machen, Jürgen Warnecke und Uwe Zimmermann waren sehr schnell überzeugt und nahmen das Angebot gern an. „Ein weiterer Mosaikstein in unserem Bemühen, die Verkehrsteilnehmer zu sensibilisieren. Wenn der Stellenwert und die Bedeutung einer Rettungsgasse erst bei eigener Notlage bewusst werden, kann es manchmal schon zu spät sein“, so Zimmermann und Warnecke.
In diesem Zusammenhang sollte nicht unerwähnt bleiben, dass der Begriff „Rettungsgasse“ nicht nur auf die Autobahnen fokussiert ist. Auch innerörtlich und auf Überlandstraßen gilt: „Staubildung – Rettungsgasse!“.Schö