Seesener Markthaus muss sich weiterentwickeln

Kleiner Festakt anlässlich des 35-jährigen Bestehens / Über Öffnungstermin fürs Parkhaus gesprochen

Im Jahr 1982 wurde das Markthaus im Herzen der Seesener Innenstadt eröffnet.

Seesen. Heinz-Dieter Trager hat viel erlebt. Seit 14 Jahren obliegt ihm die Leitung des Seesener Markthauses. Kummerkasten, Müllmann, Ansprechpartner für die Mieter. Es gibt kaum eine Funktion, die er nicht ausübt. Er ist das Knäblein für alles, wie er selbst über sich sagt. Viel Herzblut steckt er in seinen Job. Jetzt musste er nicht Probleme lösen, sondern einen kleinen Festakt organisieren. Denn das Markthaus, im Herzen der Seesener Innenstadt gelegen, feierte am Donnerstagabend einen kleinen Festakt anlässlich des Jubiläums. Rückblicke und Ausblicke gab es, aber auch kritische Töne.

In den vergangenen 35 Jahren gab es viele Aufs und Abs. Meilensteine beim Bau waren einerseits die Eröffnung des jetzigen Haupthauses im Jahr 1982 und andererseits im Jahr 2000 der Anbau des Pavillons, die Unterbauung samt Schaffung einer kleinen Mall unter der Bahnhofstraße und der Bau des Parkhauses.

Allein Heinz-Dieter Trager, der bei der Markthausleitung von seinen Kindern unterstützt wird, hat acht verschiedene Verwalterfirmen miterlebt. „Wobei die letzten Jahre durch Beteiligung eines englischen Bankkonsortiums die absolut schlimmsten waren”, blickt der Leiter zurück.

Ein Beispiel nannte er auch noch. Eigentlich hatte er nur ein Loch in der Dachrinne gemeldet, das repariert werden sollte. Doch die Firma ließ sich mit der Entscheidung, wann der Handwerker kommen soll, so lange Zeit, dass in der Zwischenzeit die Dachrinne abgefallen war.

Anders sieht es heute aus. Mit dem Eigentümerwechsel hin zur FCR Immobilien AG hätte dem Markthaus nichts besseres passieren können. Es gibt immer einen Ansprechpartner, ein Umstand, den auch Seesens Bürgermeister Erik Homann unterstreichen kann. Zudem wird wieder in das Haus investiert. Detlev Raupach, Leiter der Umbau- und Bauarbeiten bei der Immobilienfirma, reiste zum Festakt extra aus München an. Er gab den Gästen einen Ausblick auf anstehende Arbeiten.

So soll im kommenden Jahr die Fassade des Eingangsbereiches malertechnisch erneuert werden. „Wir sind dabei, das Haus auf einen modernen, technischen Stand zu bringen”, sagte er. Verzögerungen gab es bei der Sanierung des Parkhauses. Aber im März 2018 soll es laut Raupach wieder komplett befahrbar sein.

Der Markthausleiter stellte noch einmal die Vorzüge des neuen Eigentümers heraus: Entscheidungen werden in der Regel innerhalb eines Tages getroffen, teure Reparaturen wurden beauftragt und es wird an Lösungen für die Fortführung nach dem Jahr 2020 gearbeitet.

Letztere begrüßt auch Unternehmer Ralf Schwager. Seit 1983 ist das Modehaus Schwager Mieter im Markthaus. Ohnehin hat die Familie Schwager eine enge Bindung zu Seesen. Wie Ralf Schwager in seiner Rede betonte, war das Geschäft in der Langen Straße in Seesen das erste, dass sein Vater im Jahr 1952 in Westdeutschland eröffnet hatte. Zugleich forderte Schwager, dass sich das Haus weiter entwickeln muss.

„Die Mall im Untergeschoss steht weitesgehend leer, gleiches im Erdgeschoss. Zudem enden bald die Mietverträge der großen Mieter”, nannte Schwager die wichtigsten Baustellen.

Eines stellte er in dem Zusammenhang aber auch heraus: „Das sollten wir gemeinsam mit der FCR und der Stadt Seesen tun. Wir sind dazu bereit, denn wir möchten noch lange Jahre im Markthaus bleiben!” Auch Bürgermeister Erik Homann sprach über neue Herausforderungen.

Es sind heute andere Zeiten als 1982, als das Markthaus eröffnet wurde. Darauf gilt es zu reagieren. Gelingt das, hat das Markthaus im Herzen der Innenstadt eine rosige Zukunft.syg

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