Von Sternchen und Sternschnuppen

Zweite Krippengruppe in DRK-Kindertagesstätte Münchehof am Samstag feierlich eingeweiht

„Das ist toll geworden“: Die Besucher, besonders Eltern und Kinder, fühlten sich auf Anhieb wohl in den neuen Krippenräumen.

Münchehof. „Für die Kinder ist das Beste gerade gut genug“, diesen Satz prägte einst Dr. Bernd Dienemann. Gerade den älteren Münchehöfern dürfte der Name noch etwas sagen. Er war nach dem Krieg Arzt in dem Dorf und schob quasi als Motor die Einrichtung eines Kindergartens in Trägerschaft des Deutschen Roten Kreuzes an. 1952 wurden die Räume am alten Sportplatz bezogen, erinnerte sich sein Sohn gleichen Namens, der zwar schon seit fast 40 Jahren in Essen lebt, aber seiner alten Heimat immer noch eng verbunden ist und ihr aus besonderem Anlass am Samstag wieder einen Besuch abstattete. Dieser besondere Anlass war die Einweihung der neuen Krippe der DRK-Kindertagesstätte im Forstweg und damit auch die des Erweiterungsbaus. Damit wurde ein weiteres erfreuliches Kapitel der Kinderbetreuung in der Stadt Seesen, speziell natürlich jener im südlichsten Ortsteil, aufgeschlagen.

Zunächst war es die 1. Vorsitzende des DRK-Ortsvereins Münchehof, Nadine Holzenleuchter, die sich freute, zur Feierstunde unter anderem Bürgermeister Erik Homann, den Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes Goslar, Joachim Probst, Ortsbürgermeisterin Dorothea Uthe-Meier, Ratsvertreter, Vereinsvorstände, die beteiligten Handwerker, Kiga-Leiterin Sabine Wendt mit ihrem Team oder auch Hausmeister Armin Schittenhelm begrüßen zu können. Letzterer durfte als Anerkennung für seinen Einsatz ein Präsent in Empfang nehmen.

„Für mich ist dies heute eine Herzensangelegenheit; lange haben wird darauf gewartet mehr Kindern und Eltern eine attraktive Betreuung anbieten zu können“, sagte anschließend Sabine Wendt in ihrer Rede. Sie bedankte sich ganz besonders beim Vorstand für die Unterstützung sowie bei allen Spendern, insbesondere bei Dr. Bernd Dienemann und bei den Firmen Fels, Fermacell und Braunschweig. Ausdrücklich würdigte sie außerdem das Engagement des Leiters der Abteilung Hochbau der Stadt Seesen, Dirk Tünnermann, und von Heinz-Dieter Trager. Als langjähriger Chef des DRK-Ortsvereins Münchehof hatte Trager maßgeblichen Anteil an der positiven Entwicklung der Einrichtung. „Ohne ihn wären wir heute nicht da, wo wir sind“, so Sabine Wendt, die noch einmal das gedeihliche Wachsen des Kindergartens im Zeitraffer vor Augen führte. Sie erinnerte an den Bezug des neuen Gebäudes im Forstweg im Jahr 1960, den ersten Anbau Ende der siebziger Jahre, die zweite Erweiterung 1995 zwecks Einrichtung einer weiteren Kindergartengruppe und eines Bewegungsraums sowie schließlich an die Realisierung eines Betreuungsangebotes für Kinder ab 1 Jahr, also die Krippe, im Jahre 2011. Schnell habe sich abgezeichnet, dass die Anfragen gerade für die ganz Kleinen das Angebot übersteigen. „Und so haben wir bereits 2013 einen Antrag auf eine zweite Krippengruppe gestellt, doch damals gaben das die finanziellen Mittel nicht her“, resümierte Sabine Wendt. Doch man sei am Ball geblieben und konnte schließlich im Spätherbst 2016 mit den Bauarbeiten beginnen. Somit habe man neben den beiden Regelkindergartengruppen für Kinder von drei bis sechs Jahren (Sonnen- und Mondgruppe; eine bis 14 Uhr, die andere bis 16.30 Uhr) nun zwei Krippengruppen – die „Sternchen“ und die „Sternschnuppen“ – mit jeweils 15 Plätzen (auch eine bis 14 Uhr und die andere bis 16.30 Uhr). Beide sind zum neuen Kindergartenjahr schon komplett ausgebucht.

„Wir haben eine gewachsene Bildungsstätte in Münchehof erhalten“, so die die Kita-Leiterin abschließend, die noch einmal betonte, dass man die Kinder nicht formen, sondern sie zu freien Menschen in sicherer Geborgenheit erziehen wolle – ganz nach den Grundsätzen des Deutschen Roten Kreuzes: Menschlichkeit, Unparteilichkeit, Neutralität, Unabhängigkeit, Freiwilligkeit, Einheit und Universalität.

„Vor zehn Jahren wurde man noch schief angeguckt und musste sich beinahe rechtfertigen, wenn man sein Kind in die Krippe gab; das hat sich zum Glück geändert“, verdeutlichte Bürgermeister Erik Homann die veränderte Familienstruktur und Akzeptanz. Er lobte ausdrücklich die Kraft der politischen Vertreter, denn als sich die Frage stellte, ob eine weitere Krippengruppe in der Kernstadt oder in Münchehof eingerichtet werden soll, da hätten sie mit ihrem Votum pro Münchehof „eine sehr gute Entscheidung getroffen“. Es gebe im südlichen Stadtbereich genügend Kinder und daher keinen Grund, die Ortsteile ausbluten zu lassen. Weitere Glückwünsche kamen von Joachim Probst vom DRK-Kreisverband, von Ortsbürgermeisterin Dorothea Uthe-Meier, die auch ein Spiel als Geschenk mitgebracht hatte, von Pfarrerin Melanie Mittelstädt, die in ihrer ganz eigenen Art in Reimform gratulierte, sowie vom Elternbeirat.

Anschließend konnten die Gäste – am Nachmittag dann beim Tag der offenen Tür auch jeder Interessierte – die neuen Räumlichkeiten in Augenschein nehmen. Sie bestehen aus dem großzügig bemessenen Gemeinschaftsraum mit mehreren Spielbereichen und entsprechender Spielzeug- und Bilderbuchausstattung, einem Sanitärtrakt samt Wickelkommode, dem Schlafraum, einem Mitarbeiterzimmer, einer modernen Küche sowie einem kleinen, aber feinen Büro für Kita-Leiterin Sabine Wendt. Rund 360.000 Euro hat die Maßnahme gekostet.

Zwischendurch konnten sich die vom emsigen Kita-Team fürsorglich betreuten Besucher an leckeren Schnittchen und Getränken stärken, an einer Bilderwand mit alten Fotos auf eine Kindergarten-Zeitreise gehen oder sich die Chronologie der Bauarbeiten in Bildern anschauen.

Am heutigen Montag rollt übrigens schon wieder der Bagger an. Dann soll nämlich damit begonnen werden, den Außenspielbereich, der für jede einzelne Krippengruppe vorgeschrieben ist, anzulegen.kno

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