Wünsche, die von ganzem Herzen kommen sollen

Das Sams wusste nach seiner Rückkehr in Badenhausen zu überzeugen

Szene aus dem superfeinen Restaurant, wo sich das Sams die Speisekarte hatte schmecken lassen.

Badenhausen. Auch wenn das rüsselnasige Wesen nicht mehr ganz so viele blaue Punkte im Gesicht hatte und es auf seinen Froschfüßen sowie mit prallrundem Trommelbauch nicht an einem Samstag, sondern an einem Freitag nach Badenhausen zurückkehrte, ging nicht nur der brave Herr Taschenbier vor Freude fast an die Decke, sondern auch das Publikum. Denn es war niemand anderes als das Sams, das zum zweiten Mal vorbeigeschaut hatte. Das positive Gefühlsspektakel war weder zu überhören noch zu übersehen. Das lag allein daran, dass die Darsteller und Musiker des St.-Martin-Burgtheaters mit dem Musical, welches ursprünglich aus der Feder von Paul Maar und Rainer Bielfeldt stammt, den Spiegelsaal im Landhaus Finze dreimal in einen sehr lebendigen Theatersaal verwandelten.

Dabei wussten sie nicht nur die Vorteile der Drehbühne vollends auszunutzen. Sie ließen auch aus einem Seitenbereich eine traumhafte Südseeinsel rollen. Außerdem verstanden sie es, mittels Kostümen, Mimik, Gestik, Wortspielereien und „Spaziergängen“ durch die Publikumsreihen das ganze Spiel, das sich um Wünsche und Liebe drehte, überzeugend in Szene zu setzen.

Ob es nun der Stuhl war, den das hungrige Sams angeknabbert hatte und so Herrn Taschenbier umkippen ließ, ob es der überdimensionale Papagei „Herr Kules“ war, der nicht bloß mit seinem Federkleid, sondern auch mit seiner Sprachkunst begeisterte oder der Sachse Herr Lürcher, es passte einfach alles. Gleiches durfte über die Touristen gesagt werden, welche mit ihrem Müll der traumhaften Südseeinsel ihren Charme stahlen, das Restaurant, das vor Feinheit fast „überkochte“ oder die Auftritte der beiden charmanten und doch sehr genauen Polizisten.

Zwei i-Tüpfelchen gab es selbstredend auch zu bemerken: Es war die überaus süße Liebeserklärung des Herrn Mon an eine sehr neugierige Frau Rotkohl und die Tatsache, dass der Wunsch des Herrn Taschenbier in Erfüllung ging, dass das Sams nicht nur an einem Samstag zu Besuch kommt, sondern für immer blieb.

Locker herausgespielt wurde aber auch eine weise Überlegung, die deutlich machte, dass nicht alle Wünsche erfüllbar sein sollten, wenn sie nicht aus ganzem Herzen, sondern aus einer Wunschmaschine stammen. Denn nicht nur die traumhaften Vorstellungen des Herrn Taschenbier könnten schnell in Dummheiten und kleinen Katastrophen enden.

Ein Wunsch des St.-Martin-Burgtheaters ging logischerweise auch ohne diese Maschine, die für viel Durcheinander sorgte, in Erfüllung: Das fantastische Zusammenspiel der Band, die es verstand, Erinnerungen wachrufende Evergreens mit viel Rhythmus und sehr guten Stimmen umzusetzen und sie letztendlich in überzeugenden Einklang mit dem Theaterspiel zu bringen. Eine Frage kam am Ende beim von Begeisterung geprägten Publikum fast jeden Alters doch auf: Kommt das Sams ein drittes Mal nach Badenhausen? Diese Frage bleibt erst einmal ein Wunsch – und die Wunschmaschine ist ja kaputt.

Nadine Beulshausen, Matthias Fricke, Steffi Placht, Martin Albrecht, Stefan Haase, Sylke Beer, Frank Schulz, Claudia Asche, Martina Macke, Lena Keune und Hartmut Macke setzten „Am Samstag kam das Sams zurück“ in Szene. Kerstin Winkelvoß, Peter Beulshausen, Thomas Asche, Raffael Nagel, Toni Schiller, Franziska Sprengel und Thomas Waubke sorgten für den musikalischen Rahmen.pb

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