„Zeigen sie endlich Respekt gegenüber den Beschäftigten!“

300 Beschäftigte demonstrieren mit einer aktiven Mittagspause für ihre Tarifforderungen

Beschäftigte der Asklepios Kliniken in Seesen zeigen sich empört über die „Hinhaltetaktik“ des Konzerns. Sie wollen nach Tarif bezahlt werden. Auf Plakaten zeigen sie, wieviel weniger sie verdienen im Vergleich zu Beschäftigen mit Tarifverträgen in Asklepios-Standorten wie Göttingen oder Goslar.

Seesen. Im Tarifkonflikt bei der Asklepios Schildautal Kliniken in Seesen haben gestern Nachmittag rund 300 Beschäftigte mit einer aktiven Mittagspause für ihre Tarifforderungen demonstriert. Die Gewerkschaft ver.di zeigte sich erfreut über die Beteiligung. ver.di-Sprecher Jens Havemann erklärte gegenüber dem „Beobachter“ in einem Statement kurz nach der Kundgebung vor dem Haupteingang der Klinik: „Die Beschäftigten sind empört über die Hinhaltetaktik des Asklepios-Konzerns. Sie haben alle Argumente auf ihrer Seite. Sie verdienen weit weniger als ihre Asklepios-Kollegen in Goslar oder Göttingen.“

Die Klinik in Seesen gehöre laut Havemann seit 20 Jahren zu den Besten im Konzern, die wirtschaftliche Situation der Klinik sei mehr als komfortabel. Asklepios habe im Jahr 2017 einen Gewinn von 194 Millionen Euro erwirtschaftet. „Warum also will Asklepios die Beschäftigten weiter unter Tarif bezahlen?“

Auch Oliver Kmiec, Sprecher der ver.di-Betriebsgruppe und Betriebsratsvorsitzender war sehr zufrieden: „Die Beteiligung war klasse. Das war aber erst der Anfang!“ Auf der Kundgebung forderte Jens Havemann den Asklepios-Konzern auf, endlich die Blockadehaltung aufzugeben. „Die Leute leisten gute Arbeit unter extrem stressigen Bedingungen. Die Verweigerungshaltung ist deshalb eine schallende Ohrfeige für die Beschäftigten, die tagtäglich anderen Menschen aufopferungsvoll helfen, während der Konzern mit ihrer Arbeit Gewinne einfährt.“

Unter dem Beifall der Teilnehmer forderte Havemann Asklepios auf: „Zeigen sie endlich Respekt gegenüber den Beschäftigten und kommen an den Verhandlungstisch. Sonst war das hier erst das laue Lüftchen zu Beginn. Wir haben noch einige Windstärken mehr in petto! Darauf können Sie sich verlassen!“

Asklepios hatte die Initiative der Gewerkschaft ver.di abgelehnt, in Tarifverhandlungen einzusteigen. Die Beschäftigten wollen mit den Tarifverhandlungen den Anschluss an den Tarifvertrag des Öffentlichen Dienstes herstellen.uk