Basketball

Als Spitzenreiter in die Spielpause

MTV Seesen siegt auch beim BSC Acosta Braunschweig

Torsten Martens (#91, hier im Heimspiel gegen den SV Stöckheim) erzielte gegen Acosta Braunschweig elf Zähler.

Seesen. Die Basketball-Herren schwimmen auch nach dem erneuten Aufstieg weiter auf der Erfolgswelle. Eine extrem ausgeglichene Liga (nur zwei Teams sind nach drei Spieltagen noch ungeschlagen) und etwas Glück mit der Spielplanerstellung – man trifft erst nach einer gewissen Anlaufphase auf die vermeintlich stärksten Teams der Liga (Schapen, Salzdahlum und besonders Königslutter) führten dazu, dass man nun bis mindestens Ende Oktober an der Spitze der Regionsliga steht. Vorher galt es jedoch mit dem BSC Acosta ein erwartet dickes Brett zu bohren. Die in einer extrem kleinen und rutschigen Halle beheimateten Braunschweiger sind eine körperlich verhältnismäßig kleine und durch ihre Aggressivität extrem unangenehm zu spielende Mannschaft. Dennoch setzten sich die Seesener mit 67:59-Punkten durch.

Schon vor Beginn des Spiels wurde besonders vor dem letztjährigen Ligatopscorer Arber Nuhija und dem extrem explosiven Hosea Arito gewarnt, welcher auch direkt trotz 15 Zentimeter Längennachteil deutlich den Sprungball gegen Jakob Menzel gewann. Luis Alberti eröffnete zwar das Spiel mit einem erfolgreichen Dreipunktewurf, gerade Hosea Arito war jedoch zu Beginn des Spiels ein ums andere Mal handlungsschneller als die Seesener Defensivabteilung und kam so zu vielen einfachen Punkten nach langen Pässen seiner Mitspieler. Nach einer genommenen Auszeit hatte man sich zumindest etwas besser auf Arito eingestellt und Nuhija kam bis zu diesem Zeitpunkt sowieso wie gehofft nicht zur Entfaltung.

In Milot Nuhiji entwickelte sich jedoch ein weiterer Spieler zum X-Faktor der Braunschweiger, den man in dieser Form nicht unbedingt auf dem Zettel hatte. Acosta spielte weiter hart, sammelte so trotz Längennachteilen mehr Abpraller ein als der MTV und führte nach dem ersten Spielabschnitt deutlich mit 20:10. Hier vermisste man Center Frank Schilling, der mit Achillessehnenproblemen pausieren musste. Das Spiel war aber auch so für die vorhandenen großen Seesener Spieler sehr unangenehm, da sie sich permanent mit kleineren und dementsprechend beweglicheren Gegenspielern auseinandersetzen mussten.

Im zweiten Viertel war jedoch eine ganz andere Körpersprache der Seesener zu spüren. Man attackierte nun das Brett deutlich besser, hielt zeitgleich aber körperlich besser mit der Aggressivität der Braunschweiger mit und arbeitete schneller zurück. Arito hinderte man zwar weiterhin nicht wirklich am Punkten, acht der 13 Punkte gingen im zweiten Abschnitt auf sein Konto, jedoch erzielte man vorne selbst 22 Punkte und kam somit zur Halbzeit auf einen Punkt zum 33:32 heran.

In der Halbzeit wurde zudem auf einen möglichen Kräfteverschleiß des Heimteams aufmerksam gemacht, während Seesen bereits zur Halbzeit alle neun Akteure eingesetzt hatte, hatten bei Acosta im gesamten Spiel lediglich sieben Akteure gespielt. Die Gäste hatte somit im dritten Viertel bereits mit den eigenen Kräften zu hadern. Seesen, besonders in Person von Eric Alberti, konnte den Braunschweiger Hosea nun zumindest am punkten hindern. Routinier Torsten Martens kontrollierte als Schilling-Ersatz jetzt das defensive Brett und Luis Alberti zog ein ums andere Mal erfolgreich zum Korb. Spätestens aber als Sadrick Gomez Stevens nach Anspiel von Marco Rieke mit Ablauf der Spieluhr des dritten Viertels den Ball von hinter der Dreierlinie zum 50:44 versenken konnte, war der MTV gefühlt im siebten Himmel.

Doch Acosta steckte vorerst nicht auf und verkürzte binnen kurzer Zeit auf einen Punkt Abstand (49:50). Einen erfolgreichen Dreipunktewurf glichen die Braunschweiger ebenfalls innerhalb kürzester Zeit aus. Beim Stand von 54:55, vier Minuten vor Schluss war die Partie noch völlig offen. Spätestens jetzt war der Fokus beim MTV wieder vorhanden. Torsten Martens setzte sich nun mehrfach am Brett durch, trotzdem gingen die Braunschweiger 2:30 Minuten vor Ende des Spiels durch Nuhija wieder in Führung (59:58)

Nun schlug die Zeit von Marco Rieke und Luis Alberti, welche innerhalb von einer Minute mit ihren erfolgreichen Dreipunktewürfen in dieser wichtigen Phase für eine 64:59-Führung sorgten. Ein erfolgreicher Freiwurf von Sadrick Gomez Stevens, sowie zwei Zähler von Martens nach einem starken Offensivrebound sorgten dann für den Endstand von 67:59. Besonders auffällig war bei den Braunschweigern, dass die drei angesprochenen Topscorer 53 der 59 Punkte erzielen konnten. Die Ausgeglichenheit, sowie die Tatsache, dass die Bankspieler den vermeintlichen Leistungsträgern wichtige Pausen gewähren können, sodass sie in der wichtigen Phase noch Kraft haben um das Spiel zu entscheiden, sicherte diese wichtigen und richtungsweisenden Punkte.

Nach einer mehrwöchigen Pause trifft der MTV im nächsten Heimspiel auf die bisher ungeschlagene Reserve des Oberligisten Schapen Sharks. Diese konnten in ihrem bisher einzigen Saisonspiel völlig überraschend die TSG Königslutter in die Schranken weisen und wird den MTV daher vor eine extrem anspruchsvolle Aufgabe stellen. Los geht es am 31. Oktober um 13.30, die Spielhalle wird noch bekannt gegeben.red