Bjarne Friedrichs Vierter bei WM im Trail-OL

Gleich drei Top-Ten-Platzierungen, ohne die Disziplin je zuvor ausprobiert zu haben

Die deutsche Staffel mit Bjarne Friedrichs, Anne Straube und Ralph Körner.

Seesen. Eine kurzfristige Entscheidung brachte gleich einen großartigen Erfolg: Da das deutsche Trail-OL-Team noch einen dritten Teilnehmer für die Weltmeisterschaften in Portugal suchte, um auch mit einer Staffel an den Start gehen zu können, meldete sich Bjarne Friedrichs an, ohne jemals zuvor diese Disziplin ausprobiert zu haben. Doch der Erfolg gab ihm Recht, denn mit einem sensationellen vierten und einem achten Rang in den Einzeldisziplinen und dem fünften Platz in der Staffel sammelte er gleich drei TopTen-Platzierungen. Ein Grund für seine Entscheidung war sicherlich auch, dass er sich aufgrund seines angespannten Verhältnisses zum Bundestrainer wenig Hoffnung macht, trotz guter Leistungen für die Weltmeisterschaften Mitte August in Norwegen nominiert zu werden.

Beim Trail-O (Präzisionsorientieren) steht das Kartenlesen und das exakte Zuordnen von Postenstandorten aus der Realität auf die Karte im Mittelpunkt. Das Ziel beim Trail-O ist, bei mehreren Stationen jeweils von einem vorgegebenen Entscheidungspunkt aus diejenige von bis zu sechs Postenmarkierungen zu bestimmen, die dem in der Karte markierten Postenstandort entspricht und auf den die angegebene Postenbeschreibung zutrifft. Es erfolgt bei dieser international auch als „PreO” bezeichneten Form des Trail-O keine Zeitnahme, lediglich eine Gesamtzeit, innerhalb der die barrierefreie Strecke absolviert werden muss, ist vorgegeben. So kann diese OL-Art auch von körperlich beeinträchtigten Sportlern betrieben werden und es gibt keine Geschlechtertrennung. Eingebaut sind jedoch sogenannte Zeitkontrollen,  bei denen die Entscheidung unter Zeitdruck getroffen werden muss und falsche Antworten mit Strafsekunden geahndet werden.

Seine ersten Erfahrungen mit Trail-O sammelte der Seesener eine Woche vor den Weltmeisterschaften bei der Teilnahme an den portugiesischen Titelkämpfen. Schon dort zeigte er mit einem 18. Platz unter über 130 Teilnehmern sein Talent für diese Disziplin. Dabei kamen ihm natürlich sein hervorragendes Kartenverständnis und seine Erfahrungen als Kartierer zugute, zudem das gute Zurechtkommen in portugiesischem Terrain. Die erste Entscheidung im PreO in den Bergen um Idanha-a-Nova, im Osten Portugals ungefähr mittig zwischen Porto und Lissabon gelegen, fiel in zwei Etappen, bei denen jeweils recht offenes Gelände mit vielen Steinen, Felsen und Höhenformationen vorherrschte. Beide Etappen beendete Bjarne Friedrichs jeweils als bester Deutscher auf Rang elf. Da etliche Topplatzierte des ersten Tages beim zweiten Wettbewerb patzten, reichte diese konstante Leistung für einen überraschenden und herausragenden vierten Platz und nur wenige Sekunden an der Bronzemedaille vorbei.

In der Staffel patzte Anne Straube (SV Lengefeld) auf der Startposition zweimal, sodass das deutsche Team einem Rückstand hinterherlief. Mit guten Leistungen brachten Ralph Körner (OLV Landshut) und Bjarne Friedrichs das deutsche Team noch auf einen guten fünften Platz nach vorn.

Den Abschluss bildete die Entscheidung im sogenannten TempO, bei dem die korrekten Postenmarkierungen in der schnellstmöglichen Zeit zu bestimmen  und Geschwindigkeit und Fehlerfreiheit beim Antworten stets gleichermaßen entscheidend sind.

Beide deutschen Teilnehmer schafften in ihren Vorläufen jeweils den Sprung unter die besten 18 und damit ins Finale.

Dieses beendeten Ralph Körner als 24. und Bjarne Friedrichs auf einem erneut bemerkenswerten achten Platz. Mit seinen Ergebnissen zeigte er sich durchaus zufrieden, merkte aber auch, dass in entsprechendem Geländetyp auch noch Luft nach oben ist.df

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