Fußball

Damen des SV Engelade/Bilderlahe haben keine Lust auf eine Fünfer-Kreisliga

Mannschaft wollte in den Kreis Göttingen/Osterode wechseln, doch das wurde abgelehnt / Einteilung noch nicht beschlossen

Sind derzeit nicht gut auf „ihren“ Kreisverband zu sprechen – die Damen des SV Engelade/Bilderlahe.

Engelade/Bilderlahe. Vom Boom im Frauenfußball ist derzeit nichts zu merken. Wie auch in den anderen Bereichen wie Junioren und Herren geht die Zahl der Mannschaften eher zurück, als dass sie zunimmt – von einigen, wenigen Ausnahmen abgesehen. Das betrifft auch die Damen im NFV-Kreis Nordharz. Während es eine Vielzahl von Siebener-Mannschaften gibt, die in der Kreisklasse spielen, sieht es bei der Kreisliga eher dürftig aus. Die spielte in der vergangenen Spielzeit lediglich mit sieben Teams. Der FC Groß Döhren als Meister steigt in die Bezirksliga auf, die SG Achim/Börßum meldet für die neue Saison auch nur eine Siebener-Mannschaft. Es verbleiben fünf Mannschaften für die Kreisliga.

Das finden die Damen des SV Engelade/Bilderlahe nicht so lustig: Sie würden lieber in die Kreisliga Göttingen/Osterode wechseln, um einen besseren Spielbetrieb zu haben und haben dazu fristgerecht einen Antrag gestellt. Der wurde jedoch abgelehnt. Dazu sagt Norbert Lachnit, stellvertretender Vorsitzender des Mädchen- und Frauenausschusses des Kreises Nordharz: „Es gibt einen klaren Vorstandsbeschluss des Kreisvorstandes, dass keine Mannschaften an andere Kreise abgegeben werden, weder im Jugend- oder Herren-, noch im Mädchen- und Frauenbereich.“

Das könnte durchaus  Auswirkungen haben. Auf der Facebookseite der Mannschaft heißt es dazu: „Die Aussagen einiger Spielerinnen in unserer Mannschaft unterstreichen aber, dass sie gerne in unserem Verein spielen wollen und dort auch mit dem Umfeld zufrieden sind. Unter den Bedingungen der Liga gehe ihnen aber der Spaß am Fußball verloren und sie überlegen, sich eine Mannschaft in einem anderen Kreis zu suchen.“

Aktuell stünden 34 Spielerinnen zur Verfügung, daher überlegen die Verantwortlichen sogar, ob eine zweite Mannschaft gemeldet werden könnte. Problem dabei: Einige Spielerinnen machen ihre Zusage von der Ligazugehörigkeit abhängig, wollen nicht in einer solch kleinen Liga spielen. Und es gibt noch ein weiteres Problem: Von den fünf Mannschaften sind zwei nur als „Neuner“ gemeldet. Diese Spiele werden zwar auf dem großen Feld ausgetragen, doch mit zwei Spielerinnen weniger. Auch das gefällt vielen nicht.

Eine weitere genannte Option in dem Beitrag: Als Mannschaft komplett den Verein und Kreis zu wechseln, um einen Spielbetrieb mit wechselnden Gegnern bieten zu können. Die dritte Option: „Man lässt alle Spieler, die auf diese Staffel keinen Bock mehr haben einfach ziehen und macht damit einen deutlichen Schritt zurück in der Entwicklung des Damenfußballs im Großraum Seesen und damit im Kreis Nordharz.“

Unter dem langen Beitrag sind bereits einige Kommentare eingegangen. Auch Trainer Bernd Hilpert meldete sich: „Als Trainer dieser Mannschaft kann ich diese (in meinen Augen) irrationale Entscheidung nicht nachvollziehen.“ Er empfiehlt, sich im Bezirk Braunschwig generell Gedanken über die strukturelle Entwicklung zu machen, um Staffeln mit ausreichend Mannschaften besetzen zu können. Kapitänin Charline Hoch fragt sich gar, ob man den Frauenfußball tatsächlich retten möchte: „Jede Mannschaft könnte einen vernünftigen Spielbetrieb haben, jedoch wird krampfhaft an dieser sinnlosen 5er Liga festgehalten.“

Ob das jedoch passieren wird, steht noch gar nicht fest. „Wir sitzen erst in der ersten Juli-Woche zusammen und beraten über die Staffeleinteilungen im Bezirk Braunschweig. Es ist also noch nichts entschieden“, sagt dazu Norbert Lachnit auf „Beobachter“-Nachfrage. Dies sei den Vereinen auch so mitgeteilt worden, daher könne er die ganze Aufregung nicht verstehen. Richtig sei lediglich, dass aus dem Kreis Nordharz fünf Mannschaften für die Kreisliga gemeldet haben.

Besser sieht es auch in den umliegenden Kreisen des Bezirkses, mit Ausnahme von Göttingen/Osterode, nicht aus. Selbst in Braunschweig sind es nur drei Kreisliga-Mannschaften. Dort wurde die Kreisliga im vergangenen Jahr mit Teams aus den umliegenden Kreisen wie Peine oder Helmstedt aufgefüllt. Das könnte diesmal auch im Bereich Nordharz passieren. Auf eine feste Zahl wollte sich Lachnit jedoch nicht festlegen: „Sonst kommt das später als Bumerang wieder zurück.“ Die Fünfer-Kreisliga, wie sie bei den betroffenen Vereinen befürchtet wird, ist also noch längst nicht in Stein gemeißelt. Darauf werden sie speziell beim SV Engelade / Bilderlahe hoffen.dh

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