Oberharzer Fußball zeigt Rassismus die Rote Karte und Solidarität mit dem FC Zellerfeld

Nach rassistischen Vorkommnissen in Salzgitter verbünden sich die Vereine aus der Region

Sie zeigten stellvertretend für ihre Teams und Vereine Gesicht auf der „Ringerhalde“, der traditionsreichen Oberharzer Spielstätte des TuS Clausthal-Zellerfeld (von links): Lennert Pichler und Noah Kilama (TuS Clausthal-Zellerfeld), Ibrahim Cherif und Timo Blunck (SV Viktoria Bad Grund), Joshua Bartels (TSG Wildemann), Tiemoko Kelegou Eric Coulibaly und Dennis Hildebrand (SG Altenau/Buntenbock), Fabian Bartels (TSG Wildemann).

Oberharz. Am vergangenen Sonntag kam es beim Pokalspiel des FC Zellerfeld in Salzgitter beim SV Glück Auf Gebhardshagen zu heftigen rassistischen Beleidigungen gegenüber FC-Spielern mit ausländischen Wurzeln. Die Zellerfelder verließen daraufhin in der 75. Minute geschlossen als Mannschaft das Spielfeld. Die anderen Oberharzer Fußballteams aus Clausthal-Zellerfeld, Bad Grund, Altenau/Buntenbock und Wildemann demonstrierten nun ihre Solidarität zum FC und zu allen betroffenen Spielern, auch über die eigenen Teams hinaus.

Dazu gaben die Mannschaftsvertreter folgende Stellungnahme ab: „Rassismus wird von uns nicht geduldet und wir stellen uns rassistischem Gedankengut und rechter Gesinnung gemeinschaftlich und entschieden in den Weg. Wenn Beleidigungen aufgrund von Hautfarbe oder Herkunft in so menschenverachtender Art und Weise geäußert werden, können wir das nicht akzeptieren und sagen aus voller Überzeugung: So etwas hat in unserer Gesellschaft und in unserem Fußball, den wir alle lieben, nichts zu suchen! Solche Vorfälle dürfen auch nicht ignoriert oder verharmlost werden, denn es muss in aller Deutlichkeit klar gemacht werden, dass Rassismus bei uns keine Chance hat!

Wir sind froh darüber, dass viele Spieler aus den unterschiedlichsten Nationen und Kontinenten unsere Mannschaften bereichern und auf und vor allem neben dem Platz ein Teil von uns sind. Aus diesem Grund unterstützen wir die gemeinschaftliche Reaktion der Mannschaft des FC Zellerfeld, das Spiel vorzeitig zu beenden, zu 100 Prozent!

Wir hoffen, dass sich die betroffenen Spieler und auch alle anderen Menschen, die mit rassistischen Anfeindungen konfrontiert werden, davon nicht unterkriegen lassen. Wir, die in Hautfarbe oder Herkunft keinen Unterschied machen, sind der weitaus größere Teil und freuen uns darüber, euch auch weiterhin in unseren Reihen zu haben!“bo/mx