Viel Drama und ein Schützenfest

1. Nordharzklasse: MTV Bornhausen nimmt Kurs auf die Nordharzliga

Daniel Kosenkranius kam gegen den VfL Liebenburg für die Schlussphase und brachte frischen Schwung in die Angriffsbemühungen.

Bornhausen. Wie schon in der vergangenen Woche musste der MTV Bornhausen am vergangenen Wochenende aufgrund von Nachholspielen innerhalb von drei Tagen gleich zwei Mal antreten.

Bornhausen – Braunlage 3:2

Am Freitag empfing man zunächst den SV Braunlage, auf den man in dieser Spielzeit noch nicht traf und somit auch nicht so Recht einschätzen konnte, zumal der SVB bis dahin erst elf Spiele absolviert hatte. Zudem konnte Trainer Mekadmi nicht auf seinen vollen Kader zurückgreifen und sah sich vor allem auf den beiden Außenpositionen mit Problemen konfrontiert.

Der MTV startete besser als sein Kontrahent, doch erlebte bereits in der 6. Spielminute einen Schock: Aus gut 25 Metern fasste sich ein SV-Akteur ein Herz, zog ab und erzielte mit seinem Traumtor, bei dem Keeper Jonas Werner chancenlos war, die überraschende Führung. Die Bornhäuser ließen sich nicht verunsichern und zogen weiterhin ruhig und überlegt ihr Spiel auf. Gerade in der ersten Halbzeit rannten sie unermüdlich gegen die aggressiv verteidigenden Gäste an. Erst eine Minute vor dem Pausenpfiff belohnte sich der MTV für den Aufwand, als Yassin Mekadmi mit einer präzisen Flanke aus dem Mittelfeld Routinier Andreas Frank bediente, der zum überfälligen 1:1-Ausgleich einköpfte.

Nach dem Seitenwechsel kam vom SV Braunlage nicht mehr viel. Man beschränkte sich auf das Verteidigen und setzte auf Standardsituationen und lange Bälle. Der MTV hingegen verpasste es, seine klaren Chancen zu nutzen und das Spiel zu entscheiden. So scheiterten unter anderem Elmir Isic, Benjamin Makowski und auch der eingewechselte Jens Brandes am starken gegnerischen Torwart, der die MTV-Offensive und vor allem die Zuschauer zur Verzweiflung brachte.

Ab der 90. Minute wurde der bis dahin eher torarme Spielverlauf dann komplett auf den Kopf gestellt: In der ersten Minute der Nachspielzeit wurde Elmir Isic von Kevin Doelfs mit einem Pass in die Schnittstelle in Szene gesetzt und schoss mit viel Wucht zur 2:1-Führung und zum eigentlich geglaubten Siegtreffer ein. Nur eine Minute später eroberte aber Braunlage im Mittelfeld durch ein, nach MTV-Sicht, taktisches Foul im Mittelfeld den Ball und konterte den MTV eiskalt aus. Den ersten Versuch konnte Keeper Werner noch sehenswert parieren, beim Nachschuss konnte der gegnerische Stürmer dann aber den Ball mit einer großen Portion Glück zum 2:2 vorbeischieben.

Die Zuschauer fanden sich zu diesem Zeitpunkt dann nun doch mit einem Unentschieden ab, ehe sie von Christian Binder, eigentlicher Torwart, der für die Schlussphase auf das Feld eingewechselt wurde, eines besseren belehrt werden konnten. In der 94. Minute, quasi mit dem Schlusspfiff, bekam er den Ball im gegnerischen Strafraum vor die Füße und zirkelte den Ball in Torjägermanier in die untere Ecke zum vielumjubelten Siegtreffer.

MTV Bornhausen: Jonas Werner – Simon Preuß, Malik Mekadmi, Chris Wittenberg, Vincent Langer (76./Jens Brandes), Yassin Mekadmi, Kevin Doelfs, Benjamin Makowski, Moussa Omeirat (80./ Christian Binder), Elmir Isic und Andreas Frank (64./Christopher Probst).

Bornhausen - Liebenburg 8:0

Zwei Tage später gastierte der VfL Liebenburg auf dem Sportplatz in Bornhausen. Personell stand Riadh Mekadmi wieder der nahezu komplette Kader zur Verfügung. Der MTV erwischte einen Start nach Maß: Benjamin Makowski, wieder auf gewohnter Position im Sturmzentrum, hämmerte nach nur sechs Minuten einen Freistoß in das Liebenburger Tor. Danach verflachte das Spiel etwas und war von vielen Fehlpässen, versprungenen Bällen und Abstimmungsfehlern geprägt. Zusätzlich hatte der MTV noch etwas Glück, keinen Strafstoß gegen sich bekommen zu haben, da Steve Wittenberg nach einem gegnerischen Schuss den Ball im eigenen Strafraum unglücklich mit der Hand berührte.

Mit der knappen Führung von 1:0 ging es in die Pause. Nach dem Seitenwechsel änderte sich zwar nicht viel am Spielverlauf, aber der MTV zeigte sich in seiner Chancenverwertung so sicher wie lange nicht. In der 55. Minute schlenzte Kevin Doelfs den Ball vom Sechzehner zum 2:0 in die Maschen. Drei Minuten später ließ der VfL-Keeper einen langen, eigentlich harmlosen, Ball von Steve Wittenberg durch die Arme gleiten. Elmir Isic bediente in der 64. Minute von außen Benjamin Makowski, der nur noch in das leere Tor zum 4:0 einschieben musste.

Daraufhin brachte Trainer Mekadmi mit Daniel Kosenkranius und Moussa Omeirat zwei frische Kräfte für die Außenbahnen, die für zusätzlichen Schwung sorgten. Im Vergleich zur ersten Hälfte gelang es dem zentralen Mittelfeld des MTV um Abdullah Bas, Alex Kühl und Yassin Mekadmi besser, für mehr Ballbesitz und Spielkontrolle zu sorgen. Die Defensive um die Wittenberg-Zwillinge und Malik Mekadmi verteidigte souverän.

In der 66. Minute legte der mit aufgerückte Alexander Kühl in der Mitte für Kevin Doelfs auf, der sich zu seinem Treffer zum 5:0 durchsetzen konnte. Der VfL leistete kaum noch Gegenwehr und fügte sich mehr oder weniger seinem Schicksal. Vorne agierten die Liebenburger einfach zu harmlos und wirkten in der Defensive etwas überfordert, sobald der MTV das Tempo anzog. In der Schlussphase setzte die Mekadmi-Elf noch drei weitere Treffer drauf: Erneut Steve Wittenberg in der 76. Minute, Elmir Isic in der 82. und auch der eingewechselte Jihad Badawi in der 88. sorgten mit ihren Toren für den 8:0-Endstand.

„Wir haben diese Woche mit vier Siegen aus vier Spielen abgeschlossen und erst einmal die Tabellenführung übernommen. Auch wenn ich teilweise mit dem Spiel meiner Mannschaft nicht ganz zufrieden war, sind es am Ende die Ergebnisse die zählen. In den nächsten Wochen gilt es, an die positiven Momente anzuschließen und einfach unseren Job zu erledigen, dann müssen wir uns gar nicht darum kümmern, was die anderen Mannschaften machen“, so Trainer Riadh Mekadmi, auch im Hinblick auf den engen Kampf um die Tabellenspitze.KD

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