Viel Lob für das DM-Wochenende

Orientierungslauf: MTV Seesen richtete die Deutschen Meisterschaften über die Mitteldistanz in Wildemann aus

Die drei Medaillengewinner des MTV Seesen

Seesen/Wildemann. Viel Lob gab es allerseits für ein vollgepacktes Wettkampfwochenende mit dem Höhepunkt der Deutschen Meisterschaften über die Mitteldistanz, das der MTV Seesen in Wildemann auf die Beine gestellt hatte. Dank eines gut funktionierenden Hygienekonzepts war es möglich, den rund 650 Orientierungsläufern aus ganz Deutschland erstmals nach eineinhalb Jahren wieder ein Stück normaler Wettkampfatmosphäre zu bieten, was von den Sportlern dankend anerkannt wurde.

Vereinzelte Nörgeleien wegen der erforderlichen Testungen für Nicht-Geimpfte beziehungsweise -Genesene fielen da nicht ins Gewicht. Die Sorge der Ausrichter, dass bei der Vielzahl der Teilnehmer der Ort Wildemann zugeparkt werden könnte, erwies sich dank der gezielten Einweisung durch die Freiwillige Feuerwehr Wildemann und weitere Helfer des MTV Seesen als unbegründet.

Beim Auftakt, dem Sprint-OL um und durch Wildemann, den in Kooperation der MTV Seesen zwar konzipiert, der MTK Bad Harzburg aber personell durchgeführt hat, hatten die rund 230 gestarteten Teilnehmer richtig Glück, denn trotz Regenfällen am Sternplatz und in Clausthal-Zellerfeld blieb es in Wildemann trocken. Nach dem Start auf dem Gallenberg führten die Strecken zunächst durch die leider noch nicht gemähten Bergwiesen, was für die ältesten Teilnehmer doch sehr kraftraubend war.

Nach einem kurzen Blick über den Ort folgten einige Teilstrecken mit anspruchsvollen Routenwahlentscheidungen durch die schmalen und steilen Gassen im Ortskern bis zum Ziel in Sportplatznähe. In den Hauptklassen der Damen und Herren gewannen mit Paula Starke (USV TU Dresden) und Marvin Goericke (SV IHW Alex Berlin) die Favoriten.

Von den wenigen gestarteten MTV-OLern überzeugten Till Buchberger (2. in H-18), Carolin Bernsdorf (3. in D-18) und Lina Buchberger (5. in D19).
Die meisten Strecken der Deutschen Meisterschaften führten die Teilnehmer, wie es sich für eine anspruchsvolle Mitteldistanz gehört, gleich nach dem Start in den Ostteil des Ibergs, der mit seinen Felsen, Karstlöchern und Bergbaurelikten den Teilnehmern alles abverlangte. Nach einem schnell belaufbaren Mittelstück durch überwiegend noch intakten Fichtenwald mit Heidelbeerbüschen als Unterbewuchs wurde noch einmal Feinorientierung in den steilen Hängen und dem Bergbau-geprägten Terrain um die Harzklubhütten im Süden Wildemanns, wo sich das Ziel befand, gefordert.

Eine kleine Überraschung gab es in der Herren-Elite, siegte hier doch nach 5,2 Kilometern mit 275 Höhenmetern mit Riccardo Casanova (OLG Regensburg) ein Youngster vor den favorisierten Routiniers. Einen Dreifacherfolg verzeichneten die Damen des USV TU Dresden, der Titel ging mit knappem Vorsprung an Paula Starke vor Patricia Nieke und Anna Reinhardt.

Der Schirmherr der Veranstaltung, Landrat Thomas Brych, ließ es sich nicht nehmen, die Siegerehrung selbst mit vorzunehmen. Einen großartigen Erfolg verzeichnete der Nachwuchs des Ausrichters, denn drei Medaillen durfte er auch MTV-OLern überreichen, davon zwei Goldene. Lina Buchberger in der D-20 und ihr Bruder Till in der H-16 gewannen ihre Kategorien durchaus deutlich, eine etwas überraschende Bronzemedaille fügte Theo Hennseler in der H-18 hinzu. Zudem erreichten Carolin Bernsdorf in der D-18 und Jan Klose in der H-20 gute 7. Plätze.

Zwei ebenfalls sehr anspruchsvolle Strecken hatte der Bahnleger Bjarne Friedrichs sich für den Trail-O ausgedacht, der zu Demonstrationszwecken ins Programm aufgenommen worden war. Der Verantwortliche für das Präzisionsorientieren, der Landshuter Ralph Körner, bescheinigte den gestellten Aufgaben „durchaus internationales Niveau“, keiner der knapp 60 Teilnehmer blieb fehlerfrei. Mit nur einem Fehler gewann Leon Kollenbach (Skiclub Helsa).
Wolken, Nebel und Regenschauer bestimmten den Bundesranglistenlauf über die Langdistanz am Sonntag. Außer dem Gebiet, das die nur noch gut 500 angetretenen Teilnehmer bereits vom Vortag kannten, umfasste das Laufgebiet auch weitere Bereiche im Norden und Süden, deren Be­laufbarkeit durch Borkenkäfer bedingte Fällungen und wegen des nach den vielen Niederschlägen üppigen Unterbewuchses arg gelitten hat.

Herzstück der meisten Bahnen war eine bis zu zwei Kilometer lange Teilstrecke quer über die Karte, die die Teilnehmer mit höchst unterschiedlichen Routenwahlen bewältigten. Den Sieg bei den Damen nach 8,2 Kilometern Luftlinie und 420 Höhenmetern sicherte sich diesmal Patricia Nieke vor ihren beiden Vereinskameradinnen vom USV TU Dresden, Lina Buchberger wurde Sechste. Bei den Herren gewann Sören Lösch (USV Jena) nach 14 km und 680 Höhenmetern vor dem DM-Sieger Riccardo Casanova (OLG Regensburg).

Till Buchberger verpasste um eine halbe Minute den Doppelsieg in der H-16, Carolin Bernsdorf wurde in der D-18 gute Sechste. Auffallend war, dass vielen Sportlern durch die lange Pause qualitativ höherwertiger Wettkämpfe etwas die technische Routine und die Wettkampfhärte abhanden gekommen ist. Das Wetter hätte besser sein können, aber ansonsten fällt das Fazit des Wettkampfleiters Detlev Friedrichs durchaus positiv aus.

Mit dem Harzklubgelände um die Schwarzewaldhütte als Wettkampfzentrum hatte man einen Glücksgriff getan, verkraftete es diesen Ansturm doch besser als erwartet und bot genug Platz, um Corona entsprechend weiträumig zu lagern. Ein ansprechendes Catering trug ebenso dazu bei, dass die Teilnehmer geschafft, aber zufrieden die Heimreise antraten.df

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