Vom Ursprung zum Natursprung

Walking-Tour führte MTV-Lauftreff nach Bad Grund / Die Kälbchen-Taufe

Im Bergbaumuseum Knesebeckschacht wurde durch einen alten Stollen gewalkt, dabei durfte auch der Schutzhelm nicht fehlen. Fördervereinsvorsitzender Volker Sturm (rechts) informierte ausführlich.

Bad Grund/Seesen. Vom Ursprung zum Natursprung – Unter diesem Motto wurde die Exklusive Nordic-Walking-Tour für den Lauftreff des MTV Seesen zur „Kuhtaufe im Advent“ am vergangenen Sonnabend gestartet. Ausgearbeitet wurde sie auf Einladung des „Beobachters“ vom Nordic-Walking-Team der Niedersächsischen Landesforsten, vertreten durch Wolfram Marx und Andreas Schreyer, und dem Herdenchef Kai Wollenweber.

Nach einer kurzen Begrüßung am Sportheim des SV Viktoria Bad Grund ging es durch den Sportpark Teufelstal über die König-Hübich-Route los. Unterwegs gab es viel Wissenswertes „rund um Bad Grund“ an den einzelnen Stationen. Vielen neu war die Möglichkeit einer „Atemwegstherapie“ im Eisensteinstollen oder das Märchental und das HöhlenErlebnisZentrum Iberger Tropfsteinhöhle. Zu allem wussten die Tourbegleiter eine Menge zu erzählen. Nachdem in der Nacht zuvor Schnee gefallen war, gab es fantastische Landschaftseindrücke und natürlich wieder einmal Laufuntergründe der besonderen Art.

Unterwegs wurde die Gruppe kurz getrennt, um auch einen intensiven sportlichen Anreiz zu schaffen. Die gemütlichen Nordic Walker zogen mit Andreas Schreyer über den Forstweg weiter, die sportlichen testeten mit Wolfram Marx über einen Pfad mit Laub, Moos und Totholz ihre Gelenkigkeit. Am Winterquartier des Harzer Roten Höhenviehs am Förderturm der alten Schachtanlage „Wiemannsbucht“ wurden die beiden Gruppen dann wieder zusammengeführt. Hier sind schon Szenen mit Hollywood-Größen für den Film „The Monuments Men" mit George Clooney und „Böse Wetter“, dem letzten Film von Götz George, gedreht worden.

An der „Wiemannsbucht“ wurde vor wenigen Wochen als Wetterschutz für die Kuhherde eine neue Rundbogenhalle aufgestellt. Fleißige Hände hatten am Winterquartier der Herde zur Erwärmung Punsch, Kaffee und Tee vorbereitet. Hier wurde dann die Taufe, eigentlich Namensgebung, des Kälbchens vollzogen auf den Namen „Walki”, auf den sich die MTVer vorher mehrheitlich geeinigt hatten. Herdenchef Kai Wollenweber berichtete über die Entstehung und die aktuelle Situation der Herde.

Und da erfuhren die Nordic Walker vom „Natursprung“, der die Basis für alle hier geborenen Kälber ist. Zuchtbulle RAM scheint sich in diesem Jahr sehr wohl gefühlt zu haben und hat sich ohne weitere Hilfe sehr intensiv um seine Kühe gekümmert.

Es sind bereits sechs Kälber geboren und weitere sollen Anfang des kommenden Jahres folgen. Über den Wasserwanderweg, einem Teil des Weltkulturerbes „Oberharzer Wasserwirtschaft“, ging es dann auf den zweiten Teil der Tour. Und auch hier gab es immer wieder Erläuterungen zur Geschichte der ältesten der sieben Oberharzer Bergstädte und des damit verbundenen Bergbaus.

Doch damit nicht genug. Als weiterer Höhepunkt dieses Tages wurde extra für die Lauftreffler des MTV Seesen das „Bergbaumuseum Knesebeckschacht“ geöffnet. Der ehemalige Bergmann und heutige Vorsitzende des Fördervereins Bergbaumuseum Knesebeckschacht, Volker Sturm, gab umfangreiche Erläuterungen und tiefe Einblicke über den Bergbau und seine persönlichen Erlebnisse unter Tage.

Weiter ging die Nordic-Walking-Tour dann unter Tage im Bergbaumuseum, bei der die Steigerbucht und der Stollen zum unteren Eichelberger Wasserlauf mit Schutzhelm durchwalkt wurden. Der Helm war auch nötig, denn trotz gebeugter Demutshaltung war im Stollen der helle Plastikknall oft zu hören, wenn der Helm unerwartet zur Stollendecke Kontakt fand.

Nach dem Wiedererblicken des Tageslichtes führte die Wanderung am Uhrenmuseum, dem Weihnachtsmarkt im Atrium, Gesundheitszentrum und dem kleinen Wasserfall an der Schurfbergstraße vorbei zurück zum Sportpark Teufelstal. Frisch aus dem Ofen gab es hier im Sportheim des SV Viktoria Bad Grund Leberkäse vom Harzer Höhenvieh im Brötchen. Auf dem Großbildschirm lief eine Bildershow über das Harzer Rote Höhenvieh und Wollenweber beantwortete weitere Fragen zu seiner Herde.

Der herzliche Dank des MTV Seesen galt allen Begleitern und Helfern, die diesen Tag zu einem unvergesslichem Erlebnis gemacht haben. Es hat allen sehr viel Spass gemacht. Mit der Rückfahrt nach Seesen ging ein toller und erlebnisreicher Tag zu Ende. Nicht ausgeschlossen ist im neuen Jahr ein Besuch von „Walki“ auf einer der Bergwiesen rund um Bad Grund oder im WeltWald Harz. Als Pateneltern werden die MTVer sicher über die weitere Entwicklung des Bullenkalbs auf dem Laufenden bleiben wollen.vs/mx